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Leistungen zum Thema „Medizin“

Leistungsfähigkeit erhalten

Wenn die Akutversorgung nicht ausreicht, um die Leistungsfähigkeit so weit wie möglich zu erhalten, haben Sie Anspruch auf verschiedene Leistungen zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit – sogenannte Rehabilitationsmaßnahmen. Neben den reinen medizinischen Maßnahmen und Behandlungsformen können dazu auch bestimmte finanzielle Leistungen gehören.

In alphabetischer Reihenfolge finden Sie hier alle Leistungen und Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der medizinischen Rehabilitation stehen. Sie möchten sich noch individueller informieren? Dann nutzen Sie einfach unser Tool

Hinweis: Die Vollständigkeit und Richtigkeit der angegebenen Leistungen sind ohne Gewähr.

Allgemeine Informationen über die medizinische Rehabilitation

Was ist die medizinische Rehabilitation?

Die medizinische Rehabilitation ist ein Teilbereich der Rehabilitation mit einer breiten Palette an Leistungen. Diese Leistungen sollen Ihnen dabei helfen, Ihren Gesundheitszustand zu erhalten oder sogar zu verbessern. Sie umfasst ärztliche und zahnärztliche Behandlungen sowie Leistungen von Angehörigen anderer Heilberufe, wie zum Beispiel Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Sprachtherapeuten. Eine medizinische Rehabilitation ist notwendig, wenn die normale ärztliche Versorgung nicht mehr ausreicht und verschiedene Bereiche der medizinischen Behandlung eng zusammenarbeiten müssen. Das Ziel dabei ist, mit medizinischen Maßnahmen eine drohende Erwerbsminderung zu mildern oder eine drohende Pflegebedürftigkeit zu verzögern und bestenfalls beides zu verhindern.

Wer kommt für eine medizinische Rehabilitation auf?

Eine Medizinische Reha wird vom Arzt verordnet, vom Patient beantragt und vom zuständigen Kostenträger genehmigt. Daher gibt die zuständige Versicherung immer die Art, die Dauer, den Beginn und den Umfang der Rehabilitationsmaßnahme vor. Für gesetzlich Versicherte sind das meistens die Krankenkasse (wenn Pflegebedürftigkeit oder drohende Behinderung vorgebeugt werden soll) oder die Rentenversicherung (wenn die Erwerbsfähigkeit erhalten werden soll). Beamte oder Pensionäre müssen sich an die Beihilfe wenden. Bei Versicherten einer privaten Krankenkasse hängt es vom individuellen Versicherungsvertrag ab und ob ein anderer Rehabilitationsträger die Kosten übernehmen kann.

Ambulante Rehabilitation

Was ist eine ambulante Rehabilitation?

Im Rahmen einer ambulanten Rehabilitationsmaßnahme bleiben Sie zu Hause wohnen und werden stundenweise in einem Rehabilitationszentrum in der Nähe Ihres Wohnortes behandelt. Die Fahrt dahin sollte nicht länger als 45 Minuten dauern. Normalerweise dauert eine ambulante Maßnahme nicht länger als 20 Behandlungstage. Eine Verlängerung aus medizinischen Gründen ist möglich. Die Vorteile einer ambulanten Maßnahme sind, dass Sie (teilweise) weiter arbeiten gehen und in Ihrem  sozialen Umfeld bleiben können.

Was sind die Voraussetzungen für eine ambulante Rehabilitation?

Damit Sie an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen können, müssen Sie die allgemeinen, persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Für eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme kommen noch folgende Bedingungen hinzu:

  • Das Rehabilitationsziel kann durch eine ambulante Krankenbehandlung erreicht werden (Rehabilitationsprinzip „ambulant vor stationär“)
  • Eine dauerhafte ärztliche Überwachung und pflegerische Versorgung sind nicht nötig
  • Sie sind körperlich so belastbar, dass Sie das Rehabilitationszentrum selbstständig erreichen und sich zu Hause selbstständig versorgen können
  • Sie sind geistig und seelisch in der Lage, an einer ambulanten Maßnahme teilzunehmen
  • Es gibt keinen Grund, Ihr soziales Umfeld zu verlassen

Was müssen Sie jetzt tun?

Die ambulante Rehabilitationsmaßnahme muss von Ihnen selbst beantragt werden. Am besten stellen Sie den Antrag zusammen oder nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger. Sollten Sie Ihren Antrag an einen nicht zuständigen Träger geschickt haben, ist dieser verpflichtet, den Antrag an den richtigen Rehabilitationsträger weiterzuleiten. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Sie wohnen zu Hause und fahren nur für die Behandlung zum Rehabilitationszentrum
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die ambulante Rehabilitation selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag medizinische Reha

Anschlussrehabilitation

Was ist eine Anschlussrehabilitation?

Eine Anschlussrehabilitation findet zeitlich sehr nah nach einer stationären Krankenhausbehandlung statt. Sie muss spätestens zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beginnen. In der Regel dauert sie drei Wochen, dies kann je nach Bedarf verkürzt oder verlängert werden. Sie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Das Ziel ist, beeinträchtigte oder verlorengegangene Körper- oder Organfunktionen und Fähigkeiten wiederherzustellen oder auszugleichen. Deshalb gehören neben Diagnostik, Aufklärung und Information auch das Festlegen von gemeinsamen Therapiezielen und das Erlernen von Bewältigungsstrategien zu der Maßnahme. Die Anschlussrehabilitation wird nur bei bestimmten Erkrankungen angewendet. Dazu gehören zum Beispiel bösartige Krebserkrankungen und entzündlich-rheumatische Krankheiten.

Was sind die Voraussetzungen für eine Anschlussrehabilitation?

Neben den generellen medizinischen Voraussetzungen für eine Rehabilitation müssen Sie für eine Anschlussrehabilitation auch noch folgende persönliche und medizinische Bedingungen erfüllen:

  • Die Akutphase der Behandlung und die Wundheilung müssen abgeschlossen sein
  • Sie müssen frühmobilisiert worden sein (innerhalb von 72 Stunden nach der Operation oder dem plötzlich auftretenden bewegungseinschränkenden Ereignis)
  • Sie müssen weitestgehend selbstständig sein (eigenständig zur Toilette gehen, selber essen, sich waschen und anziehen können)
  • Sie sollten reisefähig sein, da Krankentransporte vermieden werden sollen
  • Bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung: Funktionseinschränkungen, komplexer Schulungsbedarf und anhaltende Schmerzen mit Bedarf einer kombinierten Schmerztherapie
  • Bei einer Onkologischen Erkrankung: nur bösartige Erkrankungen, Ausnahmen sind eine vorbeugende Brust- oder Eierstockentfernung bei genetischer Veranlagung oder eine therapiebedürftige Brustkrebserkrankung

Wie geht es weiter?

Die Anschlussrehabilitation muss beim zuständigen Rehabilitationsträger beantragt werden. Hierbei ist Ihnen der Sozialdienst des Krankenhauses oder der letzten behandelnden Klinik behilflich. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Zeitlich sehr nah an einer stationären Krankenhausbehandlung
  • Nur bei bestimmten Erkrankungen
  • Inhalt: Diagnostik, Aufklärung, Information, Therapieziele, Bewältigungsstrategien
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen
  • Die Anschlussrehabilitation muss mit Hilfe des Krankenhaussozialdient beantragt werden
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag Anschluss-Reha

Ansprechpartner

  • Rehabilitationsträger
  • Versorgungsämter
  • Integrationsämter
  • Müttergenesungswerk
  • Sozialverbände
  • Versicherungsamt
  • Versicherungsberater
  • Unabhängige Teilhabeberatung

Antragsbearbeitung und Widerspruchsrecht

Für Anträge auf Leistungen zu einer medizinischen Rehabilitation und Teilhabe:

  • Das Gutachten muss innerhalb von zwei Wochen von einem Sachverständigenerstellt werden
  • Wenn mehr Zeit für die Gutachtenerstellung benötigt wird, verlängert sich die Frist für die Gutachtenerstellung auf maximalvier Wochen
  • Ihre Krankenkasse wird vom Gutachter informiert und Siewerden von Ihrer Krankenkasse informiert

 

Für Anträge auf Pflegeleistungen:

  • Die Entscheidung der Pflegekasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen getroffen werden (bei einer Fristüberschreitung muss die Pflegekasse pro angefangener Woche 70 Euro Strafe zahlen)
  • Bei Aufenthalt in einem Krankenhaus, einer stationären Rehabilitationseinrichtung, in einem Hospiz oder während einer ambulant-palliativen Versorgung: eine Woche
  • Bei häuslicher Umgebung: zwei Wochen

 

Widerspruch:

  • Sie sollten Widersprüche immer fristgerecht, spätestens aber innerhalb von 4 Wochen einreichen
  • Zur Wahrung der Frist reicht ein „formloser Widerspruch“ mit „Begründung folgt“. Dieses Vorgehen verlängert die Widerspruchsfrist und schafft Zeit, sich Unterstützung bei Sozialverbänden zu holen
  • Ihr Antrag wird erneut dem ersten Gutachter vorgelegt, sollte er wieder den Antrag ablehnen wird ein Zweitgutachter hinzugezogen
  • Lassen Sie sich nicht entmutigen, viele Anträge werden erst im Widerspruchsverfahren genehmigt
  • Nach einer erneuten Ablehnung ist der nächste Schritt dann die Klage beim Sozialgericht

Antragsstellung

Allgemeine Informationen:

  • Sie als Antragssteller, Ihr behandelnder Arzt und Ihre Krankenkasse bearbeiten Teile des Antrags
  • Die ärztliche Begründung der Notwendigkeit der medizinischen Rehabilitationsmaßnahme sollte detailliert auf Sie und die Ziele des Leistungsträgers abgestimmt sein
  • Es sollten konkrete Prognosen und Ziele formuliert werden

Generell reicht für die Antragsstellung auch ein kurzes formloses Schreiben („Hiermit beantrage ich…“). Alle Rehabilitationsträger sind dazu verpflichtet, Anträge an die zuständige Stelle weiterzuleiten, falls der angeschriebene Träger nicht der Richtige ist. Wenn Ihr Antrag dann beim zuständigen Träger gelandet ist, wird er sich bei Ihnen melden um die noch fehlenden Informationen anzufordern, falls Ihr Antrag unvollständig war.

Dementsprechend können Sie bei einer Antragsstellung für eine Rehabilitationsmaßnahme nicht viel falsch machen.

 

Verlängerungsanträge:

  • Leistungen können im Einzelfall aus plausiblen dringenden medizinischen Gründen verlängert werden
  • Bei den Anträgen ist Ihnen in den meisten Fällen die Rehabilitationsklinik, in der Sie sich befinden, behilflich

ASP

Was ist ASP?

Eine weitere Form der Rehabilitationsnachsorge ist das ambulante Stabilisierungs-Programm (ASP). Es festigt den Behandlungserfolg, der durch die vorherige Rehabilitationsmaßnahme erreicht wurde, mit Hilfe von weiterführenden therapeutischen Maßnahmen.

Das ASP sollte innerhalb von vier Wochen nach dem Ende Ihrer Rehabilitationsmaßnahme beginnen. Deswegen nehme Sie am besten sofort nach Ende Ihrer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme Kontakt zur Nachsorgeeinrichtung auf. Ist dies aus persönlichen Gründen nicht machbar, können Sie auch später beginnen. Aber: innerhalb eines Jahres nach Ende der Rehabilitation müssen Sie das ASP beendet haben, sonst verfällt die Kostenzusage. In der Regel haben Sie Anspruch auf 24 Termine, die 90-120 Minuten dauern. Die Maßnahme endet mit einer abschließenden ärztlichen Untersuchung.

Die ASP kann berufsbegleitend durchgeführt werden und findet immer in Gruppen statt. Es fallen keine Zuzahlungen an. Eventuell können Sie einen Fahrtkostenzuschuss von 5€ pro Tag erhalten. Während dieser Maßnahme haben Sie allerdings keinen Anspruch auf Übergangsgeld, Entgeltfortzahlung, Erstattung des Lohnausfalls oder eine Haushaltshilfe. Sie sind auch nicht Unfallversichert. Für genauere Informationen können Sie bei Ihrer Rentenversicherung nachfragen.

Was sind die Voraussetzungen?

Das ASP kommt für Sie in Frage, wenn Sie an einer Erkrankung des Bewegungsapparats oder an einer onkologischen Erkrankung leiden und Rehabilitationssport und Funktionstraining nicht ausreichen, den Rehabilitationserfolg noch weiter zu verbessern. Bedingungen hierfür sind, dass

  • Sie ihre ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahme beendet haben
  • Sie mindestens drei Stunden am Tag belastbar sind
  • sich in Ihrer Nähe eine zugelassene Nachsorgeeinrichtung befindet
  • Sie noch keine (Teil)Rente erhalten

Selbstverständlich kann ein ASP auch bei anderen Erkrankungen angewendet werden.

Wie geht es weiter?

Eine Empfehlung für ein ASP erhalten Sie von Ihrem Rehabilitationsarzt. Neben einem Vorschlag für die Nachsorgeeinrichtung enthält sie auch eine direkte Kostenzusage Ihrer Rentenversicherung. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihre Rehabilitationseinrichtung, Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Bei Störungen des Bewegungsapparates oder onkologischer Erkrankung
  • Zeitnah nach der Rehabilitationsmaßnahme
  • Sie müssen die Voraussetzungen für ein ASP erfüllen
  • Wird verordnet

Begleitperson

Bei stationären Rehabilitationsmaßnahmen ist eine Begleitperson in der Regel nicht nötig. Ausnahmen bilden hier Kinder, die abhängig von ihrem Alter und Entwicklungsstand, fast immer eine Begleitperson mit in die Rehabilitationsklinik nehmen. An- oder Abreise sind ebenfalls Ausnahmen, genau wie medizinisch begründete Sonderfälle. Dazu gehören:

  • Psychologische Gründe (Trennung des Kindes von Bezugsperson)
  • Der Bedarf einer ständigen Betreuung, die das Pflegepersonal nicht leisten kann
  • Eine Begleitperson muss die Anwendung von Hilfsmitteln oder therapeutischen Verfahren erlernen, was nicht zu Hause möglich ist

Grundsätzlich ist es natürlich möglich, dass Ihre Begleitperson auf eigene Kosten mitfährt. Wenn Sie glauben, dass Sie aus medizinischen Gründen eine Begleitperson benötigen, dann können Sie sich an Ihren Rehabilitationsträger oder Ihren Arzt wenden. Den Antrag müssen Sie selbst bei Ihrer Rentenversicherung oder Krankenkasse stellen.

Entlassmanagement

Was ist ein Entlassmanagement?

Das Ziel des Entlassmanagements ist, eine lückenlose Anschlussversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt zu regeln. Ein Krankenhaus ist verpflichtet, Ihre Entlassung vollständig vorzubereiten. Dazu gehören zum Beispiel die medizinische oder pflegerische Versorgung (ambulant oder stationär), Terminvereinbarungen mit Ärzten, Physiotherapeuten und Pflegediensten sowie die Vermittlung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen und die Beantragung der Leistungen bei der Kranken- oder Pflegekasse. Hierbei kann das Krankenhaus von der Kranken- oder Pflegekasse unterstützt werden oder es kann die Aufgabe an einen niedergelassenen Arzt oder Einrichtung übertragen. Diese Daten werden in einem Entlassplan festgehalten.

Müssen Sie an einem Entlassmanagement teilnehmen?

Sie sind nicht verpflichtet am Entlassmanagement teilzunehmen. Wenn Sie ein Entlassmanagement ablehnen, dann muss das Krankenhaus dieses auch nicht durchführen. Stimmen Sie aber zu, muss Ihr Arzt Sie über alle Maßnahmen beraten, informieren und Ihre Zustimmung einholen. Wenn Sie möchten, können Sie auch Angehörige oder andere Bezugspersonen bei den Gesprächen dabei haben. Da persönliche Daten von Ihnen weitergegeben werden, müssen Sie eine Einwilligungserklärung unterschreiben.

Zusammenfassung:

  • Krankenhaus ist verpflichtet ein Entlassmanagement durchzuführen
  • Für Sie ist die Teilnahme freiwillig
  • Soll die lückenlose Anschlussversorgung sicherstellen


Infos Entlassmanagement

Fahrtkosten

Was sind Fahrtkosten?

Es besteht die Möglichkeit, dass Ihre Krankenkasse Krankentransporte zu stationären Behandlungen oder auch zu ambulanten Terminen bezahlt. In so einem Fall muss der Transport im Zusammenhang mit einer Leistung von der Krankenkasse medizinisch notwendig sein. Zusätzlich brauchen Sie eine ärztliche Verordnung, die den zwingenden medizinischen Grund für den Transport enthalten muss. Notwendige Beförderungen sind nur direkte Fahrten von Ihrer Wohnung zur nächsten erreichbaren und geeigneten Behandlungsmöglichkeit. Ob der Transport für den Hin- und Rückweg notwendig ist, wird gesondert festgestellt.

Was müssen Sie tun?

Wichtig ist aber, dass Sie vorher bei Ihrer Krankenkasse nachfragen und Sie sich Fahrtkosten genehmigen lassen. Wenn Sie die Fahrtkosten genehmigt bekommen, müssen Sie bei der Wahl des Transportmittels Ihren Gesundheitszustand berücksichtigen und auf das Wirtschaftlichkeitsgebot achten.

Familienorientierte Rehabilitation

Was ist eine familienorientierte Rehabilitation?

Die familienorientierte Rehabilitation kommt besonders für Kinder mit chronischen Erkrankungen in Betracht und wird in besonderen Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt. Die betroffenen Kinder werden dabei von ihren Eltern/Erziehungsberechtigten und/oder Geschwistern begleitet. So werden auch die Familienangehörigen in den Rehabilitationsprozess miteinbezogen. Dazu zählen zum Beispiel Beratung, Schulung und medizinisch-psychologische Betreuung, um den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen. Dies ist hilfreich, da die Erkrankung des Kindes häufig die Alltagsaktivitäten der Familie stark beeinträchtigt. Die begleitenden Angehörigen sind nur medizinisch notwendige Begleitpersonen und können daher auf dem Antrag zu einer familienorientierten Rehabilitation das Feld „Nein“ für sich selbst bei der Frage zur Rehabilitationsbedürftigkeit ankreuzen. Denn sie beantragen keine eigene Rehabilitationsmaßnahme, sondern begleiten nur das Kind, um den Rehabilitationserfolg zu unterstützen.

Was müssen Sie jetzt tun?

Im ersten Schritt sollten Sie als Eltern mit dem behandelnden Arzt Ihres Kindes einen geeigneten Rehabilitationszeitpunkt bestimmen und diesen dann mit einer geeigneten Rehabilitationsklinik abstimmen und gegebenenfalls schon reservieren. Danach müssen Sie die familienorientierte Rehabilitation bei Ihrer Krankenkasse oder Rentenversicherung selbst beantragen. Die Antragsformulare erhalten Sie bei den Rehabilitationsträgern. Hier kann ein Gutachten mit einer Empfehlung für eine familienorientierte Rehabilitation der behandelnden Klinik eine große Hilfe sein. Für berufstätige Eltern ist es ratsam, dass Sie ihren Arbeitgeber so früh wie möglich informieren, so dass dieser Ihre Abwesenheit einplanen kann. Zudem sollten Sie schriftlich unbezahlten Urlaub bei Ihrem Arbeitgeber beantragen und dem Antrag Kostenzusage des Trägers und Terminbestätigung der Rehabilitationsklinik beifügen. Zudem können Sie beim Kostenträger einen Nettoverdienstausfall beantragen. Diesen erhalten Sie jedoch erst nach der Rehabilitationsmaßnahme. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Besonders für Kinder mit chronischen Erkrankungen
  • Familienangehörige werden mit einbezogen
  • Sie müssen die familienorientierte Rehabilitation selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten

Generelle Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation

Allgemeine Voraussetzungen

  • Sie müssen den Antrag selbst stellen oder einer Bezugsperson eine Vollmacht ausstellen
  • Ihr Arzt muss eine ärztliche Stellungnahme abgeben
  • Ihr Antrag wird vom Rehabilitationsträger geprüft und dann wird entschieden

 

Persönliche Voraussetzungen

  • Rehabilitationsbedürftigkeit (Sie sind rehabilitationsbedürftig, wenn Sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Schädigung von einer Beeinträchtigung zur Teilhabe bedroht sind oder schon eine Beeinträchtigung besteht und eine einfache ärztliche Versorgung nicht mehr ausreicht)
  • Rehabilitationsfähigkeit (Sie sind rehabilitationsfähig, wenn Sie körperlich, geistig und seelisch in der Lage sind, die für die Durchführung und Mitwirkung bei der Rehabilitation notwendige Belastbarkeit und Motivation oder Motivierbarkeit aufzubringen)
  • Positive Rehabilitationsprognose (Sie haben eine positive Rehabilitationsprognose, wenn es realistisch machbar ist, dass Sie in einem notwendigen Zeitraum das Ihnen gesetzte Rehabilitationsziel erreichen können)
  • Ihr Rehabilitationsziel kann nicht durch heilende Versorgung oder medizinische Vorsorge erreicht werden, durch eine Rehabilitation aber schon (mögliche Rehabilitationsziele sind die vollständige Wiederherstellung, die größtmögliche Wiederherstellung, Kompensationsmethoden oder Adaptationsmethoden an die neuen körperlichen Umstände)

 

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

  • Sie müssen in den letzten zwei Jahren vor dem Antrag für sechs Kalendermonate Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in die Rentenversicherung und/oder Krankenkasse gezahlt haben
  • Sie müssen innerhalb von zwei Jahren nach einer Ausbildung bis zum Antrag eine versicherte Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit ausgeübt haben oder nach einer solchen Beschäftigung oder Tätigkeit bis zum Antrag arbeitsunfähig oder arbeitslos gewesen sein
  • Sie müssen vermindert erwerbsfähig sein oder von diesem Zustand bedroht sein und mindestens schon fünf Jahren versichert sein
  • Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, dann zahlt meistens Ihre Rentenversicherung für Ihre medizinische Rehabilitationsmaßnahme. Wenn Sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen dann ist Ihre Krankenkasse Ihr Rehabilitationsträger.
  • Zwischen zwei Maßnahmen müssen vier Jahre liegen (kürze Abstände nur in Ausnahmen bei medizinischer Dringlichkeit)

Rehabilitations-Richtlinie

Geriatrische Rehabilitation

Was ist eine geriatrische Rehabilitation?

Die geriatrische Rehabilitation hat das Ziel, dass ältere Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und aktiv am Leben teilhaben können. Diese Form der Rehabilitation kann sowohl ambulant oder (teil)stationär durchgeführt werden oder auch als mobile Rehabilitation stattfinden.

Was sind die Voraussetzungen für eine geriatrische Rehabilitation?

Damit für Sie eine geriatrische Rehabilitation in Frage kommen, müssen Sie in der Regel mindestens 70 Jahre alt sein und an mehreren, alterstypischen Krankheiten leiden. Zusätzlich müssen Sie die generellen Rehabilitationsvoraussetzungen erfüllen, wobei die Rehabilitationsfähigkeit hier etwas strenger betrachtet wird. Zum Beispiel müssen Sie noch körperlich und geistig in der Lage sein, an der Rehabilitation teilzunehmen. Dazu zählt auch, dass Sie noch einen stabilen Kreislauf und gute Vitalparameter (dazu gehören unter anderem Blutdruck und Körpertemperatur) haben. Auch die Ausschlusskriterien sind strenger geregelt. Die geriatrische Rehabilitation kommt zum Beispiel nicht für Patienten in Frage, die der Maßnahme nicht mehr selber zustimmen können, nicht mehr ausreichend belastbar sind oder Umstände vorliegen, die eine erfolgreiche Teilnahme verhindern. Dazu gehören zum Beispiel Stuhlinkontinenz, Desorientiertheit, Sinnesstörungen oder ein Dekubitus.

Wie geht es weiter?

Ihr Hausarzt oder das Krankenhaus verordnen die geriatrische Rehabilitation und senden den Antrag inklusive ärztlicher Begründung an den zuständigen Kostenträger. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Für Menschen im höheren Lebensalter (in der Regel 70 Jahre oder älter) mit mehreren alterstypischen Erkrankungen
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen
  • Die geriatrische Rehabilitation wird vom Arzt oder Krankenhaus verordnet und beantragt
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten

Haushaltshilfe

Was macht eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe unterstützt Sie bei den alltäglichen Aufgaben im Haushalt wie Waschen, Putzen und Kochen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen diese Aufgaben nicht mehr erledigen können. Auch kann sie Aufgaben wie Lebensmittel einkaufen übernehmen oder sich um Ihre Kinder kümmern.

Was sind die Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe?

Seit dem 1. Januar 2016 haben Sie nach einem Krankenhausaufenthalt Anspruch auf eine Haushaltshilfe für vier Wochen, wenn die Haushaltshilfe auch notwendig ist. Aber auch während oder nach einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme haben Sie die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe zu bekommen, wenn Sie eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, Ihren Haushalt alleine zu führen (hierfür benötigen sie eine ärztliche Bescheinigung)
  • eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme dadurch verhindert, verkürzt oder in eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme umgewandelt werden kann
  • Sie aufgrund Ihrer Erkrankung Ihre Kinder, die jünger als 12 Jahre sind, nicht betreuen können (wenn Sie ein behindertes Kind haben, entfällt die Altersgrenze)
  • ein Kind unter 12 Jahre im Haushalt lebt und Sie deswegen nicht an der medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen könnten (wenn Sie ein behindertes Kind haben, entfällt die Altersgrenze)
  • keine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgaben übernehmen kann

Wenn Verwandte die Betreuung Ihres Kindes übernehmen, können sie ihre Fahrtkosten oder eventuelle Verdienstausfälle erstattet bekommen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie Ihr Kind mit in die Rehabilitationseinrichtung nehmen. Auch für diese Kosten kann Ihre Versicherung aufkommen. Noch zwei weitere Optionen sind, dass die Haushaltshilfe durch einen spezialisierten Dienst oder durch Freunde oder Bekannte geleistet wird. Diese Personen, die in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis 1. Oder 2. Grades stehen dürfen, erhalten zwar keine Erstattung ihres Verdienstausfalls, aber bekommen eine Art Stundenlohn. Dieser kann von Träger zu Träger unterschiedlich sein.

Wie geht es weiter?

Ihr Rehabilitationsträger, meist die Rentenversicherung oder die Krankenkasse, übernimmt die Kosten für eine Haushaltshilfe. Den Antrag müssen Sie selbststellen und am besten im Voraus einreichen, auch wenn selbstbeschaffte Leistungen durchaus erstattet werden können. Dies wird aber nicht empfohlen. Weitere Informationen und Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger.

Zusammenfassung:

  • Haushaltshilfe und Kinderbetreuung sind während Rehabilitationsmaßnahmen möglich, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen
  • Selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag Haushaltshilfe

Heilmittel

Was sind Heilmittel?

Heilmittel sind persönlich zu erbringende medizinische Leistungen oder Behandlungen, die äußerlich auf den Körper einwirken. Mögliche Heilmittel sind Ergotherapie, Ernährungstherapie, Logopädie/Stimm-/Sprech-/Sprachtherapie und Physikalische Therapien, wie Massagen, Physiotherapie, Krankengymnastik und Thermotherapie. Heilmittel sollen dabei helfen, eine Krankheit zu heilen, eine Verschlimmerung zu verhindern, Krankheitsbeschwerden zu lindern, eine Schwächung der Gesundheit zu beseitigen und eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Dabei hängt es von der Erkrankung ab, welches Heilmittel verschrieben wird. Welche Heilmittel verordnet werden können, ist in der Heilmittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses festgelegt. Im sogenannten Heilmittelkatalog, der Bestandteil der Heilmittel-Richtlinie ist, sind einzelnen Erkrankungsbildern Heilmittel zugeordnet, die verordnet werden können. Sie können aber nie mehr als zwei dieser Maßnahmen auf einmal erhalten. Die Leistungen können dann in Gruppen- oder Einzeltherapien oder als Hausbesuch durchgeführt werden. Es wird versucht, erst durch Arznei-oder Hilfsmittel oder durch eigenverantwortliche Maßnahmen (sportliche Betätigung, Änderung der Lebensführung oder Eigenübungsprogramme) die Erkrankung zu bekämpfen. Erst wenn das nicht funktioniert, kommen die Heilmittel ins Spiel.

Wie geht es weiter?

Sie müssen eine Heilmittelbehandlung nicht beantragen, da diese ärztlich verordnet werden. In der Regel ist Ihre Krankenkasse der zuständige Träger und muss die Heilmittelbehandlungen genehmigen und bezahlen. Bei Fragen können Sie sich immer an Ihren Arzt oder Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Behandlungen die äußerlich auf den Körper einwirken
  • Verschiedene Heilmittelerbringer
  • Werden verordnet
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten

Hilfsmittel

Wofür werden Hilfsmittel benötigt?

Hilfsmittel sind Mittel oder (technische) Produkte. Es können entweder in Serie produzierte Produkte sein (wie zum Beispiel Spritzen), oder speziell für Sie gefertigte Hilfsmittel sein (wie zum Beispiel eine Prothese). Hilfsmittel erfüllen die folgenden Aufgaben:

  • den Erfolg der Heilbehandlung sichern
  • die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen
  • verhindern, dass Erkrankungen wieder schlimmer werden
  • Körperfunktionen wiederherstellen, ersetzen, erleichtern, ergänzen
  • vor einem Funktionsausfall von Körperfunktionen schützen

Beispiele hierfür sind:

  • Ersatzfunktion: Kunstglieder, Zahnersatz, Perücken
  • Unterstützende Funktion: Brillen, Hörgeräte, Stützapparate, Gehilfen, Rollstühle
  • Blindenführhunde
  • Medizinische Funktionen: Spritzen, Inhalationsgeräte
  • Alltägliche Gebrauchsgegenstände: Hilfe zur Essenszubereitung und Nahrungsaufnahme, Tragehilfen, Reinigungshilfen

Was gehört zur Hilfsmittelversorgung?

Die Versorgung mit Hilfsmitteln umfasst folgende Leistungen und Kosten:

  • Erstausstattung
  • Instandsetzung und Instandhaltung
  • Änderungen
  • Ersatzbeschaffung
  • Ausbildung im Gebrauch
  • Energiekosten, die durch den Hilfsmittelgebrauch entstehen
  • Kosten für Änderungen an Schuhen, Bekleidung und Gebrauchsgegenständen
  • Kosten durch höheren Verschleiß an Kleidung und Wäsche

Was zählt nicht zu Hilfsmitteln?

Nicht zu den Hilfsmitteln zählen Gebrauchsgegenstände

  • die auch von Menschen ohne Behinderung benutzt werden (wie Heizkissen oder Matratzen)
  • die relativ günstig sind (wie Brillenetuis oder Batterien für Hörgeräte)
  • die nur einen umstrittenen Nutzen haben (wie Kompressionsstrümpfe oder Handgelenk-manschetten)

Wer finanziert ein Hilfsmittel?

Hilfsmittel können sowohl verordnet als auch beantragt werden. Sie sind nicht verordnungspflichtig, meist aber genehmigungspflichtig durch die Krankenkasse. Die Antragstellung ist von Fall zu Fall und von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. Deswegen sollten Sie vor einer Anschaffung auf jeden Fall mit Ihrer Krankenkasse abklären, ob sie die Kosten übernimmt.

Die verschiedenen Rehabilitationsträger kommen in unterschiedlichen Situationen für die Kosten eines Hilfsmittels auf:

  • Hilfsmittel zur Krankheitsbehandlung oder den privaten Gebrauch zahlt die Krankenkasse
  • Hilfsmittel zur Erleichterung der Pflege zahlt die Pflegeversicherung
  • Hilfsmittel zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation zahlt die Rentenversicherung

Wie bekommen Sie ein Hilfsmittel?

Damit Ihr Rehabilitationsträger – in den meisten Fällen in der medizinischen Rehabilitation Ihre Krankenkasse – Ihnen ein Hilfsmittel erstattet, benötigen Sie eine Verordnung Ihres Arztes. Er entscheidet, welches Hilfsmittel in Ihrer Situation sinnvoll und erforderlich ist. Anschließend müssen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach Anbietern erkundigen, mit denen die Krankenkasse Leistungsverträge abgeschlossen hat. Fast jede Krankenkasse schließt diese Leistungsverträge mit Hilfsmittelanbietern, Fachhändlern oder Sanitätshäusern ab, damit Sie als Versicherter Ihr Hilfsmittel möglichst günstig erhalten. Sollte Ihre Krankenkasse keine Leistungsverträge abgeschlossen haben, kann sie Ihnen dennoch sagen, wo Sie Ihr Hilfsmittel erhalten können. Dann können Sie sich bei einem der genannten Anbieter einen Kostenvoranschlag erstellen lassen und diesen zusammen mit dem Rezept und einem Anschreiben bei Ihrer Krankenkasse einreichen. In Ausnahmefällen können auch andere Anbieter gewählt werden.

Stimmt die Krankenkasse dem Kostenvoranschlag zu, können Sie das Hilfsmittel kaufen. Entstehende Mehrkosten bei anderen Anbietern oder bei persönlichen Wünschen müssen Sie selbst zahlen. Bei der Wahl der Hilfsmittel sollten Sie auf jeden Fall mitbestimmen. Sie finden eine Übersicht im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen. In Ausnahmefällen können auch Hilfsmittel, die nicht auf dieser Liste stehen, genehmigt werden. Bei manchen Hilfsmitteln werden nur Festbeträge übernommen. Alles was darüber hinausgeht, müssen Sie selbst bezahlen. Eine Auflistung der Festbeträge finden Sie beim GKV Spitzenverband.

Bei Fragen können Sie sich an Ihren Arzt, Ihren Therapeuten oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Hilfsmittel sichern den Erfolg der Behandlung, verhindern eine Verschlechterung und unterstützen oder ersetzen Körperfunktionen
  • Zur Hilfsmittel-Versorgung gehören Ausstattung, Änderung, Ausbildung im Gebrauch und eventuell entstehende Kosten
  • Kostenträger hängt vom Zweck des Hilfsmittels ab
  • Werden verordnet
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Hilfsmittelverzeichnis

Hilfsmittelversorgung

Infos zu Festbeträgen

IRENA

Was ist IRENA?

Ein spezielles Nachsorgeprogramm ist die Intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA). Sie kommt häufig bei Störungen des Bewegungsapparats zum Einsatz und findet meist als 90-120 minütige Gruppentherapie in einer wohnortnahen Rehabilitationseinrichtung statt. Bei Krankheiten des Bewegungsapparates sind maximale 24 Termine möglich. Selbstverständlich kann eine IRENA auch bei anderen Erkrankungen angewendet werden.

Nach Möglichkeit sollten Sie zeitnah mit der IRENA beginnen, denn in der Regel gilt eine Frist von drei Monaten nach Ende Ihrer Rehabilitationsmaßnahme. Bei besonderen persönlichen Umständen kann der Zeitraum auch länger sein.  Aber: Ein Jahr nach Ende der Rehabilitationsmaßnahme muss die Nachsorgemaßnahme beendet sein. Sonst verfällt die Kostenzusage Ihrer Rentenversicherung. Es ist hilfreich, wenn Sie sich von Ihrem Arzt in der vorhergehenden Rehabilitation eine Empfehlung holen und sich direkt bei der Rehabilitationseinrichtung, in der sie die IRENA durchführen wollen, melden.

Die IRENA kann berufsbegleitend durchgeführt werden und es fallen keine Zuzahlungen an. Sie können eventuell einen Fahrtkostenzuschuss von 5€ am Tag erhalten. Während dieser Maßnahme haben Sie allerdings keinen Anspruch auf Übergangsgeld. Für genauere Informationen können Sie bei Ihrer Rentenversicherung nachfragen.

Wie geht es weiter?

Die IRENA kann von der Rehabilitationseinrichtung oder vom Arzt verordnet werden. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Bei Störungen des Bewegungsapparates
  • Zeitnah nach der Rehabilitationsmaßnahme
  • Wird verordnet

Kinder- und Jugend-Rehabilitation

Was ist eine Kinder- und Jugend-Rehabilitation?

Eine Kinder- Jugend-Rehabilitation ist für Kinder ab dem dritten Lebensjahr möglich, wenn das Kind geistig und emotional in der Lage ist, an einer Rehabilitationsmaßnahme teilzunehmen. Die reguläre Obergrenze sind 18 Jahre. In Ausnahmefällen wird das Alter auf 27 Jahre angehoben, zum Beispiel wenn eine Behinderung vorliegt oder die Betroffenen noch nicht selbst rentenversichert sind. In Ausnahmefällen, wie beispielweise einer dringenden medizinischen Notwendigkeit, können Rehabilitationsmaßnahmen auch schon bei Säuglingen und Kleinkindern durchgeführt werden.

Kinder- und Jugend-Rehabilitationen können ambulant oder stationär durchgeführt werden. Der Vorteil einer ambulanten Rehabilitationsmaßnahme ist, dass die Familie und Freunde oder örtliche Versorgungsprogramme besser mit in die Therapie und den Alltag einbezogen werden können. Das kann zu einem besseren Lern- und Trainingseffekt führen. Der Vorteil einer stationären Rehabilitationsmaßnahme ist eine intensivere Betreuung, bei der ein Klimawechsel oder eine Trennung vom häuslichen Umfeld durchaus förderlich sein können. Auch Gruppentherapien können sehr effektiv sein. Die Dauer einer Rehabilitationsmaßnahme ist von der Art und Schwere der Erkrankung, dem Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes und von den gesetzlichen Vorgaben abhängig. Meistens dauert eine erste Maßnahme aber vier bis sechs Wochen. Wiederholungsaufenthalte sind oft kürzer.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kinder und Jugend Rehabilitation und einer Rehabilitation für Erwachsene?

Die Kinder- und Jugend-Rehabilitation unterscheidet sich in einigen Punkten von der Rehabilitation für Erwachsene. Die wichtigsten Ziele und Prinzipien einer Rehabilitation für Kinder sind:

  • Die Gesundheit verbessern oder wiederherstellen, Verschlechterungen vorbeugen oder Krankheitsbeschwerden lindern
  • Das Verständnis für den Umgang mit der Erkrankung fördern und Methoden zur Stressbewältigung im Alltag lernen
  • Die Vorbereitung der weiterführenden Behandlung, wenn das Kind wieder zu Hause ist
  • Das Eltern-Kind-Verhältnis in Bezug auf die Krankheit verbessern
  • Das Kind in seiner Selbstständigkeit stärken
  • Soziale Kompetenzen erlernen und festigen
  • Die Erstellung eines Rehabilitationsplans, der auch die Familie und das Umfeld des Kindes miteinbezieht
  • Ein dem Kind angepasster Unterrichtsplan mit Kindern derselben Klassenstufe und Schultyps oder berufsorientierte Leistungen
  • Behandlung durch Kinderärzte, Psychologen, Pädagogen und andere Therapeuten

Was sind die Voraussetzungen für eine Kinder- und Jugend-Rehabilitation?

Voraussetzungen für eine Rehabilitation sind, dass das Kind mindestens drei Jahre alt ist und sowohl geistig als auch emotional in der Lage ist, an der Reha teilzunehmen. Die Regelung von vier Jahren Pause zwischen zwei Maßnahmen gilt bei Kindern nicht, da sie sich schnell weiterentwickeln. Außerdem müssen die Eltern in den letzten zwei Jahren mindestens sechs Monate Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben. Kinder bis 12 Jahre haben die Möglichkeit eine Begleitperson mitzunehmen. Bei Kindern, die älter als 12 Jahre sind, muss die Mitnahme einer Begleitperson medizinisch begründet sein. Für Kinder unter drei Jahren gibt es die Möglichkeit der Frühförderung. Diese kann ab der Geburt bis zur Einschulung stattfinden. Für mögliche Therapien, wie etwa Heilpädagogische Leistungen, Gruppentherapien oder Rehabilitationssport, ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.

Was müssen Sie jetzt tun?

Sie müssen als Eltern die Kinder- und Jugend-Rehabilitation für Ihr Kind selbst beantragen. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger. Mit dem Kinderarzt können Sie über eine Empfehlung für eine Rehabilitation sprechen. Dort oder beim Rehabilitationsträger erhalten Sie auch weitere Informationen. In den meisten Fällen übernimmt dieser auch alle Kosten, wie zum Beispiel Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, medizinische Anwendungen oder therapeutische Leistungen. Hierbei müssen Sie in der Regel auch keine Zuzahlungen leisten. Auf Antrag können bei Kindern unter zwölf Jahren auch die entstehenden Kosten für eine Begleitperson (und deren Verdienstausfall) oder eine Haushaltshilfe für zu Hause gebliebene Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, übernommen werden. Die Häufigkeit der möglichen Besuche hängt dabei vom Alter des Kindes ab. Hierfür sollten Sie sich unbedingt beim zuständigen Rehabilitationsträger informieren, damit Sie wissen, was sie tatsächlich bezahlt bekommen. Das Kind ist während des gesamten Zeitraums (mit An- und Abreise) durch die Rentenversicherung versichert. Eine mögliche Begleitperson ist nicht versichert.

Zusammenfassung:

  • Für Kinder und Jugendliche
  • Wesentliche Unterschiede zu einer Rehabilitation für Erwachsene
  • Die Voraussetzungen müssen erfüllt werden
  • Sie müssen die Kinder- und Jugend-Rehabilitation für Ihr Kind selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag Kinder-Reha

Krankengeld

Was ist Krankengeld?

Wenn Sie wegen einer Erkrankung länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren, haben Sie Anspruch auf Krankengeld von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Die privaten Krankenkassen zahlen kein Krankengeld. Das Krankengeld löst die Lohnfortzahlung ab, die Sie in den ersten sechs Wochen von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben. Das Krankengeld liegt bei 70% des Bruttogehalts, darf aber nicht höher als 90% des Nettogehalts sein. Die meisten Krankenkassen bieten auf ihrer Internetseite einen Krankengeldrechner an. Hier können Sie sehen, wie viel Geld Ihnen zusteht. Bei weiteren Fragen hilft Ihnen Ihre Krankenkasse weiter. Sie können auch Krankengeld erhalten, wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen.

Was sind die Voraussetzungen für den Bezug von Krankengeld?

Um die Lohnfortzahlung und später das Krankengeld zu bekommen, benötigen Sie eine lückenlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Ihrem Arzt. Diese Bescheinigung müssen Sie innerhalb einer Woche an Ihre Krankenkasse schicken. Die berechnet und überweist Ihnen dann das Krankengeld. Das gilt rückwirkend von dem Tag an, ab dem Ihr Arzt Sie arbeitsunfähig geschrieben hat. Insgesamt erstreckt sich die Auszahlung des Krankengeldes auf 72 Wochen auf einem Zeitraum von drei Jahren. Sie können also insgesamt 78 Wochen in drei Jahren (am Stück oder unterbrochen) wegen ein und derselben Erkrankung arbeitsunfähig sein und währenddessen Krankengeld bekommen. Wenn in diesen drei Jahren eine neue Krankheit auftritt, wird die Frist nicht verlängert. Für die neue Erkrankung läuft dann eine eigene Frist von drei Jahren. Sie müssen innerhalb der drei Jahre mindestens sechs Monate arbeitsfähig gewesen sein, um einen erneuten Anspruch auf Krankengeld zu haben.

Zusammenfassung:

  • Nach Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber
  • Die Höhe richtet sich nach Einkommen
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Krankenkasse schicken

Leistungserbringer für die medizinische Rehabilitation

Zu einer medizinischen Rehabilitation gehören neben den ärztlichen Leistungen auch andere Leistungen, die durch die folgenden Berufe erbracht werden können:

  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Masseure und medizinische Bademeister
  • Stimm-/Sprech- und Sprachtherapeuten
  • Sporttherapeuten
  • Psychologen/Neuropsychologen
  • Ernährungsberater/Diätassistenten/Ökotrophologen
  • Gesundheits- und Krankenpfleger

Mobile Rehabilitation

Was ist eine mobile Rehabilitation?

Mobile Rehabilitation ist Teil der medizinischen Rehabilitation. Sie wird von der gesetzlichen Krankenversicherung gewährt und vergütet. Damit ist sie eine Regelleistung und hat wie andere Formen der ambulanten Rehabilitation Vorrang vor einer stationären Versorgung. Sie kann auch als Anschlussrehabilitation durchgeführt werden. Eine mobile Rehabilitation dauert in der Regel bis zu 20 Tage mit 3 Behandlungstagen in der Woche. An jedem der Tage sollten drei Therapieeinheiten von 45 Minuten stattfinden. Wenn es nötig ist, kann diese Regelung natürlich abgeändert werden. Das richtet sich nach ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung.

Was sind die Voraussetzungen für eine mobile Rehabilitation?

Diese Art von Rehabilitation kommt für Sie in Frage, wenn Sie aufgrund Ihrer Behinderung Ihr gewohntes Umfeld für eine erfolgreiche Rehabilitation brauchen oder die Anwesenheit eines Angehörigen oder einer Bezugsperson sehr wichtig für Sie sind. Die mobile Rehabilitation kann sowohl bei Ihnen zu Hause, als auch in einer Pflegeeinrichtung stattfinden. Die Bedingung ist aber, dass das gewohnte Umfeld für die Maßnahme geeignet ist und dass Ihre Bezugsperson bereit ist, den Rehabilitationsprozess aktiv zu unterstützen.

Wie geht es weiter?

Die mobile Rehabilitation muss vom Sozialdienst des Krankenhauses oder der letzten behandelnden Klinik beim zuständigen Rehabilitationsträger beantragt werden. Ihre Krankenkasse bestimmt dann unter Berücksichtigung Ihrer medizinischen Situation und Ihrer berechtigten Wünsche die Art, die Dauer, den Umfang und den Beginn der mobilen Rehabilitationsleistung. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Für erkrankte Menschen, die Ihr gewohntes Umfeld oder Angehörige für eine erfolgreiche Rehabilitation benötigen
  • Die mobile Rehabilitation wird durch den Krankenhaussozialdienst beantragt
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten

Mögliche Rehabilitationsträger für die medizinische Rehabilitation

Die folgenden beispielhaften Träger können die Kosten für eine medizinische Rehabilitation übernehmen. Welche zuständig ist, wird im Einzelfall entschieden.

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Beihilfe

Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme

Was ist eine Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme?

Bei der Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme steht die Erkrankung, die Heilung und die Stabilisierung der Gesundheit des Elternteils im Vordergrund. Wenn es medizinische notwendig ist, dann kann auch ein oder mehrere Kinder mit behandelt werden. Dies ist ein wichtiger Unterschied zur Kinder-Rehabilitation, bei der es um die Erkrankung und Heilung des Kindes geht. Wenn ein Elternteil und das Kind erkrankt sind, dann wird im Antragsverfahren abgeklärt, ob das Kind in der Rehabilitationseinrichtung mitbehandelt werden kann. Hierzu können Sie Ihren Arzt, Ihre Krankenkasse oder – als Mutter – auch das Müttergenesungswerk fragen. Eine Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme dauert oftmals drei Wochen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme?

Bei einem erkrankten Elternteil wird in der Regel eine normale ambulante oder stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahme verordnet. Um stattdessen eine Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme in Anspruch nehmen zu können, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Kind den Erfolg der Maßnahme nicht gefährden darf und dass das Kind während dieser Zeit nicht anderweitig betreut werden kann. Eine Mitaufnahme des Kindes kann auch medizinische Gründe haben. Dazu gehören unter anderem, dass eine gestörte Mutter-Kind-/Vater-Kind-Beziehung verbessert werden soll, dass die Trennung von seiner Mutter/seinem Vater psychische Folgen für das Kind hätte oder dass wegen der familiären Situation eine Trennung nicht gut wäre.

Was müssen Sie jetzt tun?

Ist eine Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme medizinisch notwendig, ist Ihre Krankenkasse dazu verpflichtet, Ihnen diese Maßnahme zu finanzieren. Die medizinische Notwendigkeit muss vom Arzt bescheinigt werden. Trotzdem müssen Sie die Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme selbst beantragen. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt, Ihren Rehabilitationsträger oder das Müttergenesungswerk wenden.

Zusammenfassung:

  • Erkrankung und Heilung des Elternteils im Vordergrund
  • Kinder werden mit aufgenommen und können, wenn es medizinisch notwendig ist, ebenfalls behandelt werden
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die Mutter-Kind-/Vater-Kind-Maßnahme selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten

Nachsorge

Was ist die Aufgabe einer Nachsorge?

Es gibt verschiedene Nachsorgeangebote. Dazu gehören zum Beispiel die medizinische Rehabilitationsnachsorge (MERENA) und die ambulante Rehabilitationsnachsorge (ARENA). Diese Nachsorgemaßnahmen sollen sicherstellen, dass der Patient nach der stationären Behandlung oder einer Rehabilitationsmaßnahme einen reibungslosen Übergang in die häusliche Pflege oder ambulante Behandlung hat. Sie findet meistens in der Nähe Ihres Wohnortes und – wenn nötig – berufsbegleitend statt. Ziel ist, dass Sie Ihre Fähigkeiten weiter verbessern und stabilisieren und bereits Gelerntes in den Alltag übertragen. Das sichert den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme.

Was sind die Voraussetzungen für eine Nachsorge?

Für eine Nachsorge benötigen Sie eine ärztliche Verordnung oder Empfehlung. Ihr Arzt nennt Ihnen auch persönlich auf Sie zugeschnittene Leistungen und eine Nachsorgeeinrichtung in der Nähe Ihres Wohn- oder Arbeitsplatzes. Die Nachsorge muss innerhalb von drei Monaten, nachdem die Rehabilitationsmaßnahme beendet wurde, beginnen.

Besondere Regelung für Kinder

Chronisch kranke oder schwer kranke Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre haben einen Anspruch auf eine sozialmedizinische Nachsorge im Anschluss an eine Rehabilitationsmaßnahme oder Krankenhausbehandlung. Dazu gehören eine Analyse des Unterstützungsbedarfs, die Koordination der verordneten Leistungen und die Anleitung und Motivierung zur Teilnahme an den verordneten Leistungen. In besonders schwerwiegenden Fällen gilt der Anspruch auch bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Nachsorge erforderlich ist um eine stationäre Maßnahme zu verkürzen oder die anschließende Behandlung zu sichern.

Wie geht es weiter?

Nachsorgemaßnahmen können von den Ärzten der Rehabilitationseinrichtung verordnet werden. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Reibungsloser Übergang von der Krankenhausbehandlung/Rehabilitationsmaßnahme in die Anschlussbehandlungen
  • Sozialmedizinische Nachsorge für Kinder
  • Rehabilitationserfolg soll gesichert werden
  • Wird vom Arzt verordnet

Onkologische Rehabilitation

Was ist eine onkologische Rehabilitation?

Die onkologische Rehabilitation hat das Ziel, die körperlichen und seelischen Folgen einer Krebserkrankung zu mildern oder bestenfalls zu beseitigen. Dazu gehören gezielte diagnostische und therapeutische Maßnahmen, wie zum Beispiel die psychologische Hilfe zur Krankheitsbewältigung und das Erlernen von Bewältigungsstrategien. Diese Art der Rehabilitation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Die Dauer beträgt normalerweise drei Wochen, kann aber abhängig von der Diagnose und dem Verlauf der Behandlung verkürzt oder verlängert werden. In der Regel können Sie innerhalb des ersten Jahres nach Ende der Erstbehandlung an einer onkologischen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen. In Ausnahmefällen kann sich der Zeitraum auf zwei Jahre erweitern.

Was sind die Voraussetzungen für eine onkologische Rehabilitation?

Damit Sie für eine onkologische Rehabilitation in Frage kommen, müssen Sie neben den generellen Voraussetzungen auch noch folgende Bedingungen erfüllen:

  • Eine entsprechende Diagnose muss vorliegen
  • Die Erstbehandlung (Operation oder Strahlentherapie) muss beendet sein, eine laufende Chemotherapie ist kein Problem
  • Die entstandenen Beeinträchtigungen müssen therapierbar sein
  • Sie müssen ausreichend belastbar sein

Was müssen Sie jetzt tun?

Sie müssen die onkologische Rehabilitation selbst beantragen. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger, in der Regel Ihre Krankenkasse oder die Rentenversicherung. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Inhalt: körperlichen und seelischen Folgen der Krebserkrankung mildern oder beseitigen
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen (interner Link)
  • Sie müssen eine onkologische Rehabilitation selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag onkologische Reha

Pflege

Welche Pflegeleistungen gibt es?

Es ist möglich, dass Sie nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Rehabilitationsmaßnahme auf bestimmte Pflegeleistungen angewiesen sind. Mögliche Pflegeleistungen sind:

  • Die Behandlungspflege (medizinische Leistungen wie Verbandswechsel, Verabreichung von Medikamenten, Stomapflege, etc.)
  • Die Grundpflege (nicht medizinische Leistungen wie Körperpflege, Nahrungsaufnahme, etc.)
  • Die hauswirtschaftliche Versorgung (Einkaufen, Waschen, etc., nur in Kombination mit einer der anderen Pflegearten möglich)

Was sind die Voraussetzungen?

Damit Sie eine Pflegeleistung erhalten können, müssen Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die generellen Voraussetzungen müssen erfüllt sein
  • Durch ein Gutachten muss eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden
  • Eine stationäre Behandlung ist notwendig, kann aber nicht ausgeführt werden oder kann durch die Pflege verhindert werden (hierbei darf das Ziel der Behandlung aber nicht gefährdet werden)
  • Niemand in Ihrem Haushalt kann den Haushalt weiter führen oder Sie angemessen pflegen
  • Die Heilung, Besserung und Linderung der gesundheitlichen Beschwerden wird durch die Pflege unterstützt (eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit soll hierdurch verhindert werden)

Wie geht es weiter?

Den Antrag auf eine Pflegeleistung müssen Sie bei Ihrer Pflegekasse telefonisch oder formlos schriftlich stellen. Sie bekommen dann ein Formular zugeschickt und müssen dieses ausgefüllt an die Pflegekasse zurück senden.

Nach der Antragsstellung erstellt entweder der Medizinische Dienst der Krankenversicherung, ein unabhängiger Gutachter, der der Sozialmedizinische Dienst oder – bei privat Versicherten – der Dienst „Medicproof“ ein Gutachten, in dem der Umfang der Pflege festgelegt wird. Dazu wird bei einem Hausbesuch festgestellt, in welchen Bereichen Sie Hilfe benötigen. Sie sollten Ihre Arztberichte sowie eine Liste an Ärzten und Medikamenten bereithalten. Auch ein Pflegetagebuch kann hilfreich sein. Das Gutachten wird innerhalb von vier Wochen erstellt. Gleichzeitig wird auch eine eventuelle Rehabilitationsbedürftigkeit erfasst. Bei Kindern wird neben dem Pflegegrad noch ein altersentsprechender Selbstständigkeitsgrad festgestellt. Wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, wird der Pflegegrad in der Regel alle sechs Monate kontrolliert und überprüft, ob die Pflegeleistungen noch angemessen sind.

Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihre Pflegekassen wenden.

Zusammenfassung:

  • Behandlungspflege, Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation und für eine Pflegeleistung erfüllen
  • Sie müssen die Feststellung Ihres Pflegegrades selbst beantragen
  • Pflegekasse entscheidet über die Notwendigkeit
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Leistungen der Pflegeversicherung

Rehabilitationssport und Funktionstraining

Der Rehabilitationssport und das Funktionstraining sollen den nachhaltigen Rehabilitationserfolg sichern, Sie bei der Krankheitsbewältigung unterstützen und – wenn nötig – beim Gebrauch von Hilfsmitteln helfen. Durch die Therapie in der Gruppe können Sie Erfahrungen austauschen und Kontakte zu Selbsthilfegruppen herstellen. Beide Maßnahmen finden normalerweise berufsbegleitend statt.

Was ist Rehabilitationssport?

Der Rehabilitationssport soll unter anderem Ausdauer und Kraft stärken, Koordination und Flexibilität steigern und Sie in die Lage versetzen, selbstständig weiter zu trainieren. Dazu dienen zum Beispiel Sportspiele, bewegungstherapeutische Übungen und Entspannungsübungen, die in Gruppen unter fachlicher Leitung durchgeführt werden. Mögliche Sportarten sind Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen und Bewegungsspiele. Rehabilitationssport wird generell nach Operationen am Bewegungsapparat oder bei onkologischen Erkrankungen empfohlen. Natürlich kann er auch bei anderen Erkrankungen zum Einsatz kommen. In der Regel verordnet der Arzt 50 Übungseinheiten innerhalb von 18 Monaten. Für Frauen gibt es noch das Angebot für ein psychologisches Training, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Was ist Funktionstraining?

Das Funktionstraining soll unter anderem die Funktionen (Organe und Gelenke) und die Beweglichkeit (Muskeln und Gelenke) des Körpers erhalten oder verbessern, Funktionsverluste hinauszögern, Schmerzen lindern und Sie anleiten, selbstständig weiter zu trainieren. Mögliche Maßnahmen dafür sind zum Beispiel Krankengymnastik, Ergotherapie, Bewegungstherapie und Trocken- oder Wassergymnastik. Die Übungen führen Sie immer in Gruppen und unter fachlicher Aufsicht durch. Das Funktionstraining kommt in der Regel bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz, kann aber selbstverständlich auch bei anderen Erkrankungen verschrieben werden. Üblicherweise verordnet der Arzt 1-2 Übungseinheiten pro Woche innerhalb von 12 Monaten.

Was sind die Voraussetzungen?

Für diese Maßnahmen benötigen Sie eine Verordnung von Ihrem Rehabilitationsarzt. In dieser Verordnung müssen folgende Punkte stehen:

  • die Diagnose
  • der Grund warum Sie teilnehmen sollen
  • die zu erreichenden Ziele
  • die Häufigkeit und Dauer der Maßnahme
  • die geeigneten Sportarten

Sie müssen spätestens drei Monate nach Ende der Rehabilitation mit dem Rehabilitationssport oder dem Funktionstraining beginnen. Die Laufzeit hängt von Ihrem Rehabilitationsträger ab. Dort erhalten Sie auch auf Wunsch genauere Informationen.

Zusammenfassung:

  • Rehabilitationssport bei Störungen am Bewegungsapparat oder onkologischen Erkrankungen
  • Funktionstraining bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
  • Wird verordnet



Ansprechpartner

Abrechnungsformular

Teilnahmebestätigungen

Reisekosten

Was gehört zu den Reisekosten?

Als Versicherter haben Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei den entstehenden Reisekosten zu stationären und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fahrt- und Transportkosten
  • Verpflegungs- und Übernachtungskosten
  • Gepäcktransportkosten
  • Wegstreckenentschädigung
  • Eventuelle Auslagen

Wenn Kinder oder Begleitpersonen mit Ihnen reisen, dann können auch ihre Reisekosten bezahlt werden. Bei einer medizinisch notwendigen Begleitperson kann gegebenenfalls sogar der Verdienstausfall erstattet werden.

Es werden auch Familienheimfahrten vom Rehabilitationsträger bezahlt. Dazu zählen sowohl Fahrten des Versicherten nach Hause als auch Besuche von der Familie. Die Kosten für die Anreise Ihrer Familie werden bis zur Höhe der Kosten Ihrer Heimfahrt übernommen und das für zwei Mal pro Monat. Feiertage wie Weihnachten zählen nicht extra. Ausnahmen sind Todesfälle oder lebensbedrohliche Erkrankungen in der Familie.

Was sind die finanziellen Rahmenbedingungen der Reisekosten?

Wenn Sie mit Bus und Bahn zu Ihren Behandlungsterminen fahren, dann müssen Sie immer die günstigste Variante wählen. Eine Ausnahme ist, wenn Sie das aus gesundheitlichen Gründen nicht können. Dafür brauchen Sie aber eine ärztliche Bescheinigung. Wenn Sie mit dem Auto fahren, dann bekommen Sie eine Pauschale von 20 Cent pro gefahrenen Kilometer. Der höchste Betrag, den Sie hier erstattet bekommen können, liegt bei 130€.

Bei notwendigen Übernachtungen können mit Beleg Kosten von bis zu 60€ pro Nacht übernommen werden. Ohne Beleg werden nur 20€ erstattet. Deswegen bewahren Sie immer alle Belege bis zur Kostenerstattung auf. Sie können Verpflegungskosten erhalten, wenn Sie mindestens 8 Stunden von zu Hause weg sind. Pro Tag erhalten Sie in der Regel 12€ für Essen, wenn keine kostenlose Verpflegung angeboten wird. Wenn Sie täglich zu Ihrer Rehabilitationsmaßnahme pendeln müssen, dann bekommen Sie eine Monatspauschale oder einen Tagesbetrag. Ausnahme ist auch hier eine mögliche kostenlose Verpflegung.

Wer übernimmt die Reisekosten?

Die Kostenträger sind in den meisten Fällen Ihre Rentenversicherung oder Ihre Krankenkasse. Für weitere Informationen und Hilfe können Sie sich an Ihren Rehabilitationsträger wenden. Dieser kann Ihnen auch die genauen Bedingungen und Beträge nennen, die Sie erstattet bekommen können. Die Anträge dazu müssen Sie dann selbst stellen.

Zusammenfassung:

  • Reisekostenerstattung für Sie und eventuelle Begleitpersonen
  • Sie müssen immer die günstigste Variante wählen
  • Reisekostenpauschalen sind möglich
  • Sie müssen den Antrag auf Reisekostenerstattung selbst stellen


Hier finden Sie verschiedene Formulare und Anträge zu diesem Thema:

Reisekostenerstattung

Reisekostenabrechnung

Fahrtkostenerstattung

Einkommensausfall

Stationäre Rehabilitation

Was ist eine stationäre Rehabilitation?

Bei einer stationären Rehabilitationsmaßnahme verbringen Sie die gesamte Zeit in der Rehabilitationseinrichtung. Bei dieser Art der Maßnahme wohnen Sie in der stationären Einrichtung und werden rund um die Uhr medizinisch betreut und versorgt. In der Regel dauert eine stationäre Maßnahme drei Wochen, aber längere Zeiten sind möglich, wenn es eine medizinische Begründung gibt.

Was sind die Voraussetzungen für eine stationäre Rehabilitation?

Damit Sie an einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen können, müssen Sie die allgemeinen, persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Genauere Informationen dazu finden Sie unter dem Punkt Voraussetzungen (interne Verlinkung). Eine stationäre Rehabilitation kommt für Sie in Frage, wenn eine ambulante Krankenbehandlung oder Rehabilitationsmaßnahme in Ihrem Fall nicht möglich ist, oder wenn eine Trennung von Ihrem alltäglichen Umfeld von Vorteil für Ihre Genesung und die Verarbeitung Ihrer Krankheit ist.

Was müssen Sie jetzt tun?

Die stationäre Rehabilitationsmaßnahme muss von Ihnen selbst beantragt werden. Am besten stellen Sie den Antrag zusammen oder nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger. Sollten Sie Ihren Antrag an einen nicht zuständigen Träger geschickt haben, ist dieser verpflichtet, den Antrag an den richtigen Rehabilitationsträger weiterzuleiten. Bei weiteren Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Zusammenfassung:

  • Sie wohnen in der Rehabilitationseinrichtung
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine medizinische Rehabilitation erfüllen
  • Eine ambulante Rehabilitation ist nicht durchführbar oder reicht nicht aus
  • Sie müssen die stationäre Rehabilitation selbst beantragen
  • Sie müssen Zuzahlungen leisten


Antrag medizinische Reha

Übergangsgeld

Was ist das Übergangsgeld?

Das Übergangsgeld ist eine mögliche Entgeltersatzleistung. Die Rentenversicherung zahlt Ihnen Übergangsgeld, wenn Sie zwischen einer Krankheit und dem Arbeitsleben stehen, etwa während einer beruflichen oder medizinischen Rehabilitationsmaßnahme, zwischen zwei Rehabilitationsmaßnahmen oder zwischen zwei berufsfördernden Maßnahmen. In Ausnahmefällen kann es auch nach einer Maßnahme weiter gezahlt werden. Ob diese spezielle Situation auf Sie zutrifft, sollten Sie mit Ihrer Rentenversicherung besprechen. Während Sie Übergangsgeld beziehen, sind Sie sozialversichert.

Wie viel Übergangsgeld bekommen Sie?

Die Höhe des Übergangsgeldes richtet sich nach Ihrem Gehalt und Ihrer familiären Situation:

  • Wenn Sie keine Kinder haben, erhalten Sie 68% Ihres letzten Nettogehalts
  • Wenn Sie mindestens ein Kind mit Kindergeldanspruch haben, erhalten Sie 75% Ihres letzten Nettogehalts
  • Wenn Sie selbstständig und freiwillig versichert sind, erhalten Sie 80% des Einkommens, von dem sich im letzten Kalenderjahr Ihre Beiträge für die Rentenversicherung berechnet haben
  • Wenn Sie unmittelbar zuvor arbeitslos waren, erhalten Sie unter bestimmten Voraussetzungen ein Übergangsgeld in der Höhe Ihres Arbeitslosengeldes (ALG)
  • Wenn Sie ALG II beziehen, erhalten Sie dies während der Maßnahme weiter

Das volle Übergangsgeld erhalten Sie nur, wenn Sie in der Zeit keine Arbeitseinkünfte erzielen. Sonst wird der Lohn mit dem Übergangsgeld verrechnet. Das Übergangsgeld wird in den meisten Fällen von der Rentenversicherung gezahlt. Bei ALG I Empfängern kommt die Agentur für Arbeit für das Überganggeld auf und ALG II Empfänger erhalten weiterhin ALG II vom Jobcenter.

Wie geht es weiter?

Das Übergangsgeld müssen Sie selbst beantragen. Dazu benötigen Sie eine Entgeltbescheinigung, die Ihr Arbeitgeber ausfüllen muss. Die entsprechenden Antragsformulare und weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger.

Zusammenfassung:

  • Entgeltersatzleistung zwischen oder während Rehabilitationsmaßnahmen
  • Die Höhe richtet sich nach Einkommen und Familien-Situation
  • Sie müssen das Übergangsgeld selbst beantragen


Antrag Übergangsgeld

Wunschklinik

Sie haben grundsätzlich ein Wunsch- und Wahlrecht bei Ihrer Rehabilitationsklinik

Bei der Auswahl der Rehabilitationseinrichtung haben Sie als Versicherter ein gesetzliches Wunsch- und Wahlrecht, solange die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit berücksichtigt werden. Ihre Versicherung muss das berücksichtigen, wenn die von Ihnen gewünschte Klinik

  • Nach medizinischen Gesichtspunkten geeignet ist
  • Ihrer persönlichen Lebenssituation, Ihrem Alter, Ihrer Familien-Situation oder Ihren religiösen und weltanschaulichen Bedürfnissen entspricht.

Sie können grundsätzlich aus allen zertifizierten Rehabilitationseinrichtungen wählen. Aber: Wenn Sie berechtigte Wünsche haben, die nicht unbedingt notwendig für Ihre Heilung sind oder die nicht der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen, müssen Sie mögliche anfallende Mehrkosten selber zahlen. Die abschließende Entscheidung über den Ort, die Dauer und den Beginn der Rehabilitationsmaßnahme trifft Ihre Versicherung. Bei einem Ablehnungsbescheid haben Sie natürlich ein Widerspruchsrecht.

Problematisches Verhalten von Krankenkassen bei Genehmigung der Wunschklinik

Krankenkassen verlangen manchmal von Ihnen als Versichertem eine Mehrkostenübernahme, wenn Sie in eine Wunschklinik möchten. Diese Mehrkostenübernahme ist aber nur korrekt, wenn Ihre Wunschklinik nicht den oben genannten Voraussetzungen entspricht. Manchmal wird von Krankenkassen auch verlangt, dass der Versicherte Vorkasse leisten muss. Beide Verfahren sind rechtlich problematisch. Lassen Sie sich nicht darauf ein, auch nicht, wenn Sie eine Mehrkostenübernahme unterschrieben haben. Wenn Ihre Wunschklinik medizinisch genauso geeignet ist, dann darf Ihre Krankenkasse keine zusätzlichen Kosten von Ihnen verlangen, nur weil Sie sich die Klinik ausgesucht haben. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Krankenkasse. Manchmal genügt es schon, wenn Sie sich beschweren. Als letzte Lösung können Sie einen Anwalt einschalten.

Zusammenfassung:

  • Sie haben eine Wunsch- und Wahlrecht bei Ihrer Rehabilitationseinrichtung
  • Sie müssen zusätzlich Zahlungen nur bei Mehrkosten leisten, die aus persönlichen Gründen entstehen
  • Die Unterzeichnung einer Mehrkostenübernahme bedeutet nicht, dass Sie zwingend Zuzahlungen leisten müssen

Zuzahlungen

Für fast alle möglichen Leistungen der medizinischen Rehabilitation in der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Sie Zuzahlungen leisten. Das heißt, Sie müssen einen kleinen Anteil selber bezahlen. Dazu zählen nicht nur die Rehabilitationsmaßnahmen selber, sondern zum Beispiel auch Hilfsmittel, Heilmittel, Fahrtkosten oder Kosten für eine Haushaltshilfe. In der Regel betragen die Zuzahlungen 10% der Kosten. Dabei müssen Sie jedoch mindestens 5€ und maximal 10€ selber bezahlen. Eine Ausnahme bilden hier Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die, mit Ausnahme von Fahrtkosten, von allen Zuzahlungen befreit sind.

Es gibt auch eine persönliche Zuzahlungsgrenze. Die liegt bei 2% Ihres Bruttoeinkommens. Wenn Sie eine schwere chronische Erkrankung haben, dann liegt die Grenze bei 1% Ihres Bruttoeinkommens. Hierfür benötigen Sie eine Chronikerbescheinigung von Ihrem Arzt. Wenn Sie diese Grenze erreicht haben, dann müssen Sie keinen eigenen Anteil mehr bezahlen. Im Internet gibt es Zuzahlungsrechner, mit der Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze berechnen können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie immer alle Belege aufbewahren. Sie können auch im Voraus bei Ihrer Krankenkasse eine Befreiung von Zuzahlungen für das nächste Jahr beantragen. Dann zahlen Sie den gesamten Betrag im Voraus und müssen dann nichts mehr bezahlen und auch keine Belege sammeln. Auch diesen Betrag erfahren Sie durch den Zuzahlungsrechner. Wenn Sie jedoch zu viel gezahlt haben, weil Ihre Behandlung doch günstiger war als angenommen, bekommen Sie das Geld bei den meisten Krankenkassen nicht zurück. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse darüber, welche Methode für Sie die bessere ist.

Für eine Krankenhausbehandlung müssen Sie eine Zuzahlung von 10€ pro Tag leisten. Das ist aber auf maximal 28 Tage in einem Kalenderjahr beschränkt.

Die Kosten für eine Rehabilitationsmaßnahme trägt Ihr Rehabilitationsträger, in der Regel die Krankenkasse oder die Rentenversicherung. Sie müssen selbst auch einen kleinen Anteil von 10€ pro Tag bezahlen. Das gilt für maximal 42 Tage im Jahr. Eine Ausnahme bildet hier die Anschlussrehabilitation. Da unterscheiden sich die maximalen Zuzahlungstage zwischen den verschiedenen Versicherungen.

Bei Pflegeleistungen müssen Sie eine Zuzahlung von 10% der Kosten plus 10€ pro ärztlicher Verordnung selbst bezahlen. Die maximale Anzahl an Tagen, an denen Sie eine Zuzahlung leisten müssen, liegt bei 28 Tagen.

Für Arznei- und Verbandsmittel müssen Sie einen Zuzahlungsbetrag von 10% des Preises leisten. Dieser Betrag muss mindestens 5€ sein und darf nicht mehr als 10€ betragen. Allerdings dürfen die Kosten nicht höher sein, als der eigentliche Preis. Das heißt, wenn das Arzneimittel weniger als 5€ kostet, dann müssen Sie auch nur den tatsächlichen Preis bezahlen. Bestimmte Arzneimittel sind von der Zuzahlung befreit.

Bei Heilmittelbehandlungen müssen Sie 10% der Kosten des Heilmittels und jeweils 10€ pro Verordnung selbst bezahlen.

Für ein Hilfsmittel müssen Sie 10% der Kosten selbst bezahlen. Hierbei liegen die Kosten bei mindestens 5€ und maximal 10€. Liegt der Preis unter 5€, dann müssen Sie auch nur den tatsächlichen Preis zahlen. Bei Hilfsmitteln, die verbraucht werden (zum Beispiel Spritzen oder Einmalhandschuhe), müssen auch 10% selbst gezahlt werden. Hierbei dürfen die Kosten aber nicht höher als bei 10€ im Monat liegen. Bei manchen Hilfsmitteln (zum Beispiel Sehhilfen, Hörhilfen, Inkontinenzmittel, Hilfsmittel zur Kompressionstherapie, Stoma-Artikel und Einlagen) übernehmen die Krankenkassen nur Festbeträge. Alles was darüber hinausgeht, müssen Sie selbst bezahlen.

Bei den Fahrtkosten müssen Sie pro Fahrt 10% des Preises selbst bezahlen. Hierbei muss der Betrag bei mindestens 5€ liegen und darf 10€ nicht überschreiten. Sollte der tatsächliche Preis bei geringer als 5€ sein, müssen Sie natürlich auch nur den eigentlichen Preis bezahlen. Ein Unterschied zu allen anderen Zuzahlungen ist, dass auch Menschen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die Zuzahlungen zu den Fahrtkosten leisten müssen.

Für eine Haushaltshilfe müssen Sie 10% der täglichen Kosten selber bezahlen. Dieser Zuzahlungssatz muss mindestens 5€ betragen und darf maximal bei 10€ liegen. Sie müssen aber nie mehr als die tatsächlichen Kosten bezahlen

Generell gilt: Informieren Sie sich bei Ihrem Rehabilitationsträger über die genauen Bedingungen Ihrer Zuzahlungen, da es vertragliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Krankenkassen, der Rentenversicherung und der Beihilfe gibt.

Belastungsgrenze-Rechner

Zuzahlungsbefreite Arzneimittel