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Leistungen zum Thema „Beruf“

Erwerbsfähig bleiben

Das eigene Gehalt ist für die meisten Menschen mit der wichtigste Aspekt für ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben. Was aber passiert, wenn die Erwerbsfähigkeit plötzlich bedroht ist? Um Sie in dieser Phase zu unterstützen, gibt es die sogenannten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Diese können Ihnen unter anderem dabei helfen, Ihren Arbeitsplatz zu behalten oder einen neuen zu finden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung.

Die einzelnen Leistungen im Rahmen der beruflichen Rehabilitation finden Sie hier in alphabetischer Reihenfolge. Wenn Sie nur die für Sie relevanten Informationen erhalten möchten, nutzen Sie einfach das Tool

Hinweis: Die Vollständigkeit und Richtigkeit der angegebenen Leistungen sind ohne Gewähr.

Allgemeine Informationen über die berufliche Rehabilitation

Was ist die berufliche Rehabilitation?

Die berufliche Rehabilitation wird auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben genannt. Die einzelnen Maßnahmen sollen Menschen mit Erkrankungen und Behinderungen dabei helfen, arbeiten zu gehen und ihr Geld selber verdienen zu können. Zu den Zielen dieser Rehabilitationsmaßnahmen gehören unter anderem den Arbeitsplatz möglichst zu erhalten, der betroffenen Person neue Berufschancen zu eröffnen und diese möglichst dauerhaft ins Berufsleben einzugliedern und die vorzeitige Rente zu vermeiden.  Die Maßnahmen finden meistens in der Nähe Ihres Wohnortes statt und enden, wenn das gewünschte Ziel erreicht wurde.

Wer sind die Träger der beruflichen Rehabilitation?

Nach den gesetzlichen Regelungen sind unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, die gesetzliche Rentenversicherung, die Beihilfe, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, das Integrationsamt oder die Träger der öffentlichen Jugendhilfe mögliche Rehabilitationsträger. Sie erbringen die erforderlichen Leistungen, um die Erwerbsfähigkeit erkrankter, behinderter oder von einer Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen. Wer für Sie persönlich zuständig ist, hängt von Ihrer beruflichen Situation ab. Aber alle Rehabilitationsträger unterliegen der Auskunftspflicht und der Pflicht zur Weiterleitung an den zuständigen Leistungsträger. Sollten Sie also bei einem nicht zuständigen Träger die berufliche Rehabilitation beantragen, ist dieser verpflichtet, Ihren Antrag an den richtigen Träger weiterzuleiten.

Was müssen Sie jetzt tun?

Bei Rehabilitationsmaßnahmen, die auch Ihren Arbeitgeber betreffen, liegt es grundsätzlich in Ihrem Ermessen, ob und wie Sie ihn über Ihre Pläne informieren. Das gilt besonders, wenn Ihr Arbeitgeber noch nichts über Ihre Erkrankung oder Behinderung weiß. Die hier aufgezählten Leistungen sind eine Auswahl von Möglichkeiten für Rehabilitationsmaßnahmen und es ist Ihnen freigestellt, ob Sie an einer beruflichen Maßnahme teilnehmen möchten oder nicht. Sie können sich auch vor einem Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber an eine Vertrauensperson innerhalb oder außerhalb Ihres Betriebs wenden und Ihre Pläne mit dieser besprechen. Wenn es im Betrieb einen Personal-/Betriebsrat oder eine Schwerbehindertenvertretung gibt, können Sie sich auch dort informieren und Unterstützung holen. Sie können auch mit externen Institutionen, wie die Agentur für Arbeit oder das Integrationsamt, über Ihre Pläne sprechen und sich einen Rat einholen.

Ansprechpartner für Rehabilitanden

Außerbetrieblich:

  • Integrationsämter
  • Integrationsfachdienste
  • Versorgungsämter
  • Rehabilitationsträger
  • Unabhängige Teilhabeberatung

Innerbetrieblich:

  • Schwerbehindertenvertretung
  • Betriebs-/Personalrat
  • Integrationsteam
  • Betriebsarzt

Antragsstellung

Generelle Informationen zur Antragsstellung

  • Sie müssen den Antrag immer selbst stellen
  • Ihre Ärzte oder Kliniksozialarbeiter können Ihnen dabei helfen
  • Alle Unterlagen im Besten Fall immer vollständig und im Voraus einreichen (das bedeutet nicht, dass unvollständige Anträge nicht bearbeitet werden, das kann dann nur etwas länger dauern und Sie müssen Rückfragen beantworten)
  • Es ist auch ein formloser kurzer Antrag ausreichend, da die Rehabilitationsträger dazu verpflichtet sind, den Antrag entsprechend weiterzuleiten und Sie dann vom zuständigen Träger das vollständige Antragsformular erhalten
  • Die Formulare erhalten Sie meist bei Ihrer Rentenversicherung, gelegentlich auch bei anderen Stellen (siehe Rehabilitationsträger)
  • Sie können Ihre Anträge bei Ihrer Rentenversicherung oder bei der Agentur für Arbeit einreichen, aber auch bei anderen Rehabilitationsträgern (diese leiten die Anträge dann weiter)
  • Die Rehabilitationsträger helfen Ihnen auch beim Ausfüllen der Formulare

Arbeitsassistenz

Was ist eine Arbeitsassistenz?

Eine Arbeitsassistenz ist eine direkte und persönliche Hilfe am Arbeitsplatz, auf die schwerbehinderte Menschen einen Rechtsanspruch haben. Sie hilft Ihnen, wenn Sie durch die vorhandenen Einschränkungen nicht mehr alle Aufgaben selbstständig erledigen können. Dabei ist es egal, ob Sie einen Arbeitsplatz haben und behalten wollen, oder ob Sie einen neuen Job finden möchten. Voraussetzung ist aber, dass die Hilfe für mindestens 15 Stunden pro Woche bei regelmäßigen und wiederkehrenden Aufgaben benötigt wird.

Was müssen Sie jetzt tun?

Den Antrag auf eine Arbeitsassistenz müssen Sie selbst stellen. Ob eine Arbeitsassistenz auch für Ihr Berufsfeld in Frage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Rentenversicherung oder dem Integrationsamt. Dient die Arbeitsassistenz dazu, einen Arbeitsplatz zu bekommen, werden die Kosten für die ersten drei Jahre von der Rentenversicherung übernommen. Wenn Sie einen Arbeitsplatz haben und ihn durch die Hilfe einer Arbeitsassistenz behalten können, zahlt das Integrationsamt. Wird die Arbeitsassistenz länger als drei Jahre benötigt, dann zahlt ebenfalls das Integrationsamt. Die Antragsformulare und weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Rehabilitationsträger.

Zusammenfassung:

  • Eine Arbeitsassistenz ist eine direkte und persönliche Hilfe für Sie am Arbeitsplatz
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die Arbeitsassistenz selbst beantragen
  • Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arbeitgeber



Antrag Arbeitsassistenz

Arbeitsplatzanpassung

Was gehört zur Arbeitsplatzanpassung?

Ein wichtiges Ziel der beruflichen Rehabilitation ist, dass Sie Ihren Arbeitsplatz behalten können. Um das möglich zu machen, kann der Arbeitsplatz auf Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie den Arbeitsplatz und die Sanitäranlagen barrierefrei erreichen können. Am Arbeitsplatz selbst kann die Arbeit durch höhenverstellbare Tische oder Stühle erleichtert werden. Darüber hinaus können Sie auch technische oder persönliche Hilfsmittel nutzen, wie zum Beispiel Transport- oder Hebehilfen, Seh- oder Hörhilfen, spezielle Computer oder Berufsbekleidung.

Als eine Person mit einer Schwerbehinderung oder als eine Person, die mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt ist, haben Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber einen Anspruch auf eine behindertengerechte Arbeitsplatzausstattung.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit Ihr Antrag auf eine Arbeitsplatzanpassung genehmigt werden kann, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Die Anpassung des Arbeitsplatzes

  • ist aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung zwingend erforderlich
  • gleicht Folgeerscheinungen Ihrer Erkrankung oder Behinderung bei Ihrer beruflichen Tätigkeit aus
  • ist notwendig, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten

Was müssen Sie jetzt tun?

Die Kosten für die Arbeitsplatzanpassung übernimmt häufig der Arbeitgeber. Deshalb sollten Sie Ihre Pläne mit ihm und – wenn vorhanden – auch mit dem Betriebsarzt besprechen. Wenn die Kosten zu hoch sind, können die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit oder das Integrationsamt den Arbeitgeber unterstützen. Die Rehabilitationsträger können Zuschüsse oder Darlehen bis zur vollen Höhe der Kosten für eine Arbeitshilfe zahlen, wenn diese für eine dauerhafte Beschäftigung oder eine behindertengerechte Arbeitsplatzausstattung nötig ist oder das Unternehmen nicht verpflichtet ist, die Kosten der Arbeitshilfe zu übernehmen. Wichtig dabei ist: Sie müssen den Antrag bei Ihrem Rehabilitationsträger vor Beginn der Anpassung stellen. Die entsprechenden Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Rehabilitationsträger. Dieser hilft Ihnen auch bei weiteren Fragen und Informationen weiter.

Zusammenfassung:

  • Sie sollten Ihren Arbeitsplatz barrierefrei erreichen können
  • Arbeitsplatzanpassung durch verschiedene Hilfen
  • In der Regel zahlt der Arbeitgeber, kann aber Unterstützung von dem zuständigen Leistungsträger bekommen
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen eine Arbeitsplatzanpassung selbst beantragen
  • Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arbeitgeber


Antrag berufliche Reha

Beiträge zur Sozialversicherung

Während einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme und während Sie Übergangsgeld beziehen sind Sie grundsätzlich sozialversichert. Dazu gehören zum Beispiel die Renten-, die Kranken- und die Pflegeversicherung. Die Beiträge zur Sozialversicherung und zur Unfallversicherung zahlt in der Regel Ihre Rentenversicherung. Wenn Sie sich in einer betrieblichen Aus- oder Weiterbildung befinden, dann zahlt gegebenenfalls Ihr Ausbildungsbetrieb. In diesem Fall sind sie darüber auch arbeitslosenversichert.

Besondere Unterstützung für Frauen

Frauen, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung im Erwerbsleben eingeschränkt sind, erhalten besondere Unterstützung bei der Jobsuche und bei Fortbildungen, welche von allen Rehabilitationsträgern geleistet werden muss. Traditionelle Rollenmuster, leistungsorientiertes Konkurrenzdenken oder Klischeevorstellung treffen Frauen mit und ohne Erkrankung oder Behinderung. Daher gibt es spezielle Förderungen für Frauen mit einer Behinderung, damit sie durch ihr Geschlecht und ihre Einschränkungen nicht doppelt benachteiligt sind.

Häufig haben Frauen durch Kindererziehung und Arbeitsstelle eine Doppelbelastung und so durchaus schlechtere Qualifikationen als Männer. Deswegen greift hier die besondere Unterstützung ein und soll die Arbeitsuche erleichtern. Alle Rehabilitationsträger müssen die Bedürfnisse von Frauen mit einer Behinderung besonders berücksichtigen. Neben der Suche nach einer Arbeitsstelle werden auch Weiterbildungen oder Umschulungen besonders unterstützt. Dabei ist es egal, ob Sie eine Vollzeit- oder eine Teilzeitstellemöchten. Sie können zum Beispiel Hilfe vom familienentlastenden beziehungsweise familienunterstützenden Dienst erhalten. Mögliche Hilfen sind Kinderbetreuung oder Begleitung bei Behördengängen oder Arztterminen oder Hilfe beim Haushalt oder bei Einkäufen.

Bei Fragen können Sie sich an Ihren Rehabilitationsträger wenden.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Was ist ein BEM?

Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) muss der Arbeitgeber für Mitarbeiter anbieten, die über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig sind. Das BEM soll Ihnen ermöglichen, weiter im Betrieb beschäftigt zu sein und kann so eine Arbeitsunfähigkeit oder eine krankheitsbedingte Kündigung verhindern. Ein BEM ist keine einmalige Sache – es muss also bei einer erneuten Arbeitsunfähigkeit erneut angeboten werden – und soll bereits frühzeitig die möglichen Maßnahmen zur Wiedereingliederung feststellen.

Sie haben ein Anrecht auf ein BEM

Jeder Arbeitnehmer hat das Anrecht auf ein BEM. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen eine solche Maßnahme anbieten, wenn Sie sechs Wochen am Stück oder mehr als sechs Wochen in den letzten 12 Monaten arbeitsunfähig waren. Dabei ist es unwichtig, aufgrund welcher Erkrankung Sie arbeitsunfähig waren. Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber die Diagnose mitzuteilen. Es ist aber durchaus sinnvoll, den Betriebsarzt über Ihre Krankheit zu informieren. Er unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und darf die Diagnose nicht an Ihren Arbeitgeber weitergeben. Er kann ihn jedoch über die Auswirkungen Ihrer Erkrankung informieren und somit ein besser auf Sie zugeschnittenes BEM bewirken.

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen trotz Ihres Anspruchs kein BEM anbietet, sollten Sie auf jeden Fall bei Ihrem Arbeitgeber nachfragen. Hilfe finden Sie beim Betriebs- oder Personalrat, bei der Schwerbehindertenvertretung, beim Betriebsarzt, bei Ihrem Rehabilitationsträger oder beim Integrationsamt. Die möglichen Rehabilitationsträger sind Ihre Rentenversicherung, Ihre Krankenkasse oder die Agentur für Arbeit.

Welche Auswirkungen hat ein BEM für Sie?

Im Gegensatz zu Ihrem Arbeitgeber sind Sie nicht verpflichtet, ein angebotenes BEM anzunehmen. Die Teilnahme ist freiwillig und Sie können bestimmen, wer alles mit in das BEM einbezogen wird (zum Beispiel der Betriebsrat, der Personalrat und/oder die Schwerbehindertenvertretung). Wenn Sie ein BEM ablehnen, hat das keine direkten arbeitsrechtlichen oder finanziellen Auswirkungen. In diesem Fall ist es aber für den Arbeitgeber einfacher, Ihnen zu kündigen. Darüber hinaus haben beide Seiten das Recht, das BEM vorzeitig ohne Angaben von Gründen zu beenden. Wenn Sie das BEM vorzeitig beenden, kann Ihr Arbeitgeber Ihnen einfacher kündigen. Beendet hingegen Ihr Arbeitgeber das BEM, wird es für ihn schwieriger, Ihnen zu kündigen.

Wenn Sie ein BEM annehmen, hat das keine negativen Auswirkungen auf Ihre Personalakte. Es wird nur festgehalten, wann Ihnen ein BEM angeboten wurde, ob Sie es angenommen haben oder nicht, und welche konkreten Maßnahmen angeboten und umgesetzt wurden. Diese Daten dürfen nicht für eine Kündigung verwendet werden. Dennoch bietet ein BEM keinen kompletten Kündigungsschutz. Stellt sich während des BEM heraus, dass es keine Möglichkeiten gibt, Sie mit den vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen weiterhin zu beschäftigen und dass auch Fortbildungen, Umschulungen oder innerbetriebliche Versetzung nicht erfolgreich wären, dann darf Ihr Arbeitgeber Ihnen kündigen.

Zusammenfassung:

  • Ihr Arbeitgeber muss Ihnen ein BEM anbieten
  • Sie müssen das BEM nicht annehmen, das kann aber eine Kündigung vereinfachen
  • Ein BEM hat keine negativen Auswirkungen auf Ihre Personalakte
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen

Erwerbsminderungsrente

Was ist die Erwerbsminderungsrente?

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten können, sind Sie vermindert erwerbsfähig. Sind es sogar nur noch weniger als drei Stunden täglich, dann sind sie erwerbsunfähig. Wenn Ihre Erwerbsfähigkeit auch durch Rehabilitationsmaßnahmen nicht verbessert werden kann – Prinzip „Reha vor Rente“ – können Sie eine Erwerbsminderungsrente bei Ihrer Rentenversicherung beantragen.

Es wird zwischen der teilweisen und der vollen Erwerbsminderung unterschieden. Sie können die teilweise Erwerbsminderungsrente erhalten, wenn Sie auf nicht absehbare Zeit nur noch drei bis unter sechs Stunden pro Tag arbeiten können. Dann beträgt die Rente die Hälfte der vollen Erwerbsminderungsrente, da davon ausgegangen wird, dass Sie selber noch einen Beitrag zu Ihrem Lebensunterhalt leisten können. Eine Ausnahme ist, wenn Sie vermindert erwerbsfähig sind, Ihnen aber kein entsprechender Arbeitsplatz vermittelt werden kann. Dann können Sie auch eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Aber nur so lange, bis ein geeigneter Arbeitsplatz gefunden wurde. Wenn Sie vor dem 1. Januar 1961 geboren wurden, können Sie auch eine teilweise Erwerbsminderungsrente bei einer Berufsunfähigkeit beziehen, wenn sich kein anderer geeigneter Job für Sie findet. Die volle Erwerbsminderungsrente können Sie bekommen, wenn Sie auf unabsehbare Zeit nur noch weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Diese Rente hat eine volle Lohnersatzfunktion.

Was sind die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente?

Um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen seit mindestens fünf Jahren bei Ihrer Rentenversicherung versichert sein
  • Sie müssen in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der verminderten Erwerbsfähigkeit mindestens drei Jahre eingezahlt haben
  • Sie brauchen auch ein medizinisches Gutachten über Ihre eingeschränkte Erwerbsfähigkeit

Über die genauen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen informiert Sie Ihre Rentenversicherung.

Zu Beginn ist die Erwerbsminderungsrente auf drei Jahre befristet. Sie kann auf Antrag hin verlängert und nach neun Jahren entfristet werden. Eine Entfristung ist nur möglich, wenn es unwahrscheinlich ist, dass Ihre medizinisch verursachte Erwerbsminderung behoben werden kann. Die Höhe richtet sich nach Ihrem Leistungsvermögen, der Anzahl der Versicherungsjahre und der Höhe Ihrer Rentenversicherungsbeiträge. Meistens liegt die volle Erwerbsminderungsrente erheblich unter dem Nettogehalt. Deswegen ist das Prinzip „Reha vor Rente“ auch in Ihrem Interesse.

Was müssen Sie jetzt tun?

Bevor Sie einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, sollten Sie darüber nachdenken, ob sich nicht eine berufliche Rehabilitation für Sie lohnen würde. Die Rehabilitationsträger folgen dem Prinzip „Rehabilitation vor Rente“. Daher werden sie Ihnen, wenn Sie nicht schon an einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen haben, zuerst eine solche Maßnahme vorschlagen. Erst danach haben Sie die Chance, eine Erwerbsminderungsrente genehmigt zu bekommen.

Wenn Sie aber doch Erwerbsminderungsrente beantragen möchten, dann müssen Sie den Antrag selbst bei Ihrer Rentenversicherung stellen. Um ihn in Bezug auf die Diagnose, Befunde und die verbliebene Leistungsfähigkeit so konkret wie möglich auszufüllen, ist es sinnvoll, dass Sie sich vorher mit Ihrem Arzt besprechen. Auch eine Erhöhung des Grades der Behinderung kann hilfreich sein, wenn die Voraussetzungen hierzu vorliegen. Wenn Sie sich noch in einer stationären Rehabilitationsmaßnahme befinden oder diese noch nicht angetreten haben, dann können Sie den Arzt um eine sozialmedizinische Einschätzung bitten. Diese und die Befürwortung Ihres Rehabilitationsarztes vereinfachen die Rentenantragsstellung. Die Anträge für eine Erwerbsminderungsrente erhalten Sie bei Ihrer Rentenversicherung. Vor der Antragsstellung können Sie sich bei der Rentenberatung über die zu erwartende Höhe Ihrer Rente informieren. Reicht die Rente nicht aus, können Sie beim Sozialamt die Grundsicherung beantragen.

Zusammenfassung:

    • Teilweise Erwerbsminderungsrente: bei einem Leistungsvermögen von drei bis unter sechs Stunden pro Tag
    • Volle Erwerbsminderungsrente: bei einem Leistungsvermögen von weniger als drei Stunden pro Tag
    • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
    • Sie müssen die Erwerbsminderungsrente selbst beantragen
    • Besprechen Sie sich vorher mit Ihrem Arzt
    • Informieren Sie sich vorher über die Höhe der zu erwartenden Erwerbsminderungsrente


Antrag Erwerbsminderungsrente

Flexible Arbeitsgestaltung

Anpassung der Arbeitszeit

Eine weitere Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu behalten, ist die Anpassung der Stundenzahl und der Aufgaben. So können Sie zum Beispiel nur noch in Teilzeit arbeiten. Wenn eine Teilzeitstelle für den Arbeitgeber zumutbar ist, dann kann ein rechtlicher Anspruch auf eine verkürzte Wochen-Arbeitszeit von mindestens 15 Arbeitsstunden bestehen. Sollte Ihr Arbeitgeber den Wunsch abschlagen, bekommen Sie Hilfe und Unterstützung vom Integrationsamt oder dem Betriebsrat. Sie können sich auch von einem Anwalt beraten lassen. Sie können Ihren Arbeitgeber auch um extra Freiräume für wichtige Arztbesuche oder sonstige medizinisch notwendige Termine bitten. Zusätzliche Möglichkeiten sind Gleitzeit und eine freie Pausengestaltung.

Anpassung der Aufgaben

Auch eine interne Versetzung, eine Weiterbildung oder Teamarbeit können dabei helfen, den Arbeitsplatz zu behalten. So bekommen Sie neue Aufgaben, die Ihren Fähigkeiten entsprechen und körperlich anstrengende Arbeiten fallen weg oder werden von Teammitgliedern übernommen. Aber auch hier gibt es eine Voraussetzung: Die neuen Aufgabenbereiche müssen in Ihrem Arbeitsvertrag mit aufgeführt werden. Manchmal reichen auch schon kleinere Veränderungen aus, wie zum Beispiel wechselnde Arbeitspositionen an höhenverstellbaren Arbeitstischen. Über die einzelnen Möglichkeiten sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber sprechen.

Zusammenfassung:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Veränderte Arbeitsaufgaben
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber

Generelle Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation

Persönliche Voraussetzungen:

  • Sie können Ihren Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben
  • Oder Sie benötigen Hilfe zur Erhaltung Ihres Arbeitsplatzes
  • Oder Ihnen droht eine erhebliche Gefährdung/Minderung der Erwerbsfähigkeit
  • Sie haben eine positive Erwerbsprognose
  • Die Leistungen sind notwendig, damit Ihre Teilhabe am Arbeitsleben gesichert, erhalten oder wiederhergestellt werden kann

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen der Rentenversicherung:

  • Sie erfüllen die Mindestversicherungszeit von 15 Jahren, oder Sie erhalten eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine große Witwenrente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Prinzip „Rehabilitation vor Rente“: ohne eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme würden Sie eine Erwerbsminderungsrente von Ihrer Rentenversicherung erhalten und das gilt es zu verhindern

oder

  • Eine alleinige medizinische Rehabilitationsmaßnahme verbessert den Gesundheitszustand nicht in dem Maße, wie es nötig wäre, um wieder in den Beruf zurückkehren zu können

Gründungszuschuss

Was ist der Gründungszuschuss?

Wenn Sie Ihre Arbeitslosigkeit durch eine selbstständige und hauptberufliche Tätigkeit beenden möchten, dann können Sie von einem Rehabilitationsträger einen Gründungszuschuss erhalten. Dieser Zuschuss soll in der Zeit nach der Existenzgründung Ihren Lebensunterhalt und Ihre soziale Sicherung gewährleisten. Aber bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Gründungszuschuss bekommen, müssen Sie sich selbst um Ihre Kranken- und Rentenversicherung kümmern.

Der Gründungszuschuss wird für die Dauer von sechs Monaten gezahlt. Er setzt sich aus dem Betrag, den Sie als Arbeitslosengeld bekommen haben oder hätten bekommen können, und einem pauschalen Betrag von 300€ monatlich für Ihre sozialen Sicherung zusammen. Das ist die erste Förderphase. Er kann für weitere neun Monate in Höhe von monatlich 300€ gezahlt werden, wenn Sie Ihre Geschäftstätigkeit anhand geeigneter Unterlagen darlegen. Die Unterlagen müssen Sie vor Beginn der zweiten Förderphase einreichen. Bei begründeten Zweifeln an der Geschäftstätigkeit kann erneut die Vorlage einer Stellungnahme einer fachkundigen Stelle verlangt werden.

Was sind die Voraussetzungen für den Gründungszuschuss?

Wenn Sie sich selbstständig machen und einen Gründungszuschuss erhalten möchten, müssen Sie unter anderem folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie müssen die Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die selbstständige Tätigkeit auszuüben (fachliche Eignung)
  • Sie müssen mit Ihrer Persönlichkeit überzeugen, da die Zustimmung im Ermessen Ihres Vermittlers liegt: ergreifen Sie die Initiative, seien Sie pünktlich, zeigen Sie eigenes Engagement und seien Sie zuverlässig (persönliche Eignung)
  • Die Arbeit darf nicht von Ihrer Behinderung eingeschränkt werden
  • Die angestrebte Selbstständigkeit muss Ihre hauptberufliche Tätigkeit sein
  • Sie müssen nachweisen, dass Ihre Existenzgründung tragfähig und zweckmäßig ist
  • Sie müssen nachweisen, dass Sie mit Ihrer selbstständigen Tätigkeit Ihren Lebensunterhalt verdienen können und somit keine Entgeltersatzleistungen mehr benötigen
  • Die Existenzgründung ist der einzige Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit, es darf keine Vermittlungsalternative bestehen
  • Sie müssen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und für mindestens einen Tag bekommen haben
  • Sie müssen noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben
  • Sie dürfen weder Krankengeld, noch Übergangsgeld, noch die volle Erwerbsminderungsrente erhalten
  • Sie müssen bereits eine Maßnahme der beruflichen Rehabilitation mitgemacht haben
  • Sie müssen jünger als 65 Jahre alt sein
  • Sie dürfen in den letzten 24 Monaten keinen Gründungszuschuss erhalten haben

Was müssen Sie jetzt tun?

Den Antrag für einen Gründungszuschuss müssen Sie selbst stellen. Das Formular erhalten Sie von Ihrem Sachbearbeiter zum Beispiel bei der Bundesagentur für Arbeit. Folgende Unterlagen sollten im Antrag enthalten sein:

  • Beschreibung des Existenzgründungsvorhabens
  • Erläuterung der Geschäftsidee
  • Stellungnahme einer fachkundigen Stelle zur Tragfähigkeit Ihrer Existenzgründung
  • Nachweis über Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der Tätigkeit
  • Anmeldung der Tätigkeit beim Gewerbeamt oder Finanzamt oder Bestätigung der Handwerkskammer
  • Businessplan zusammen mit einem Kapitalbedarf- und Finanzplan, sowie eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
  • Lebenslauf mit Hervorhebung der notwendigen Fähigkeiten

Weitere Informationen erhalten Sie von den Fachberatern für berufliche Rehabilitation, bei der Rentenversicherung, der Agentur für Arbeit oder beim Integrationsamt. Wenn Sie Arbeitslosengeld II Empfänger sind, besteht die Möglichkeit auf Einstiegsgeld oder einen Investitionszuschuss. Für genauere Informationen wenden Sie sich an das Jobcenter. Wichtig ist: Es liegt im Ermessen Ihres Rehabilitationsträgers, ob Sie einen Gründungszuschuss erhalten. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf diese Leistung.

Zusammenfassung:

  • Unterstützt Sie während und in den ersten sechs Monate nach Ihrer Existenzgründung
  • Sie müssen die entsprechenden beruflichen Kenntnisse besitzen und neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch die Voraussetzungen der Rehabilitationsträger erfüllen
  • Der Antrag muss unter anderem eine Stellungnahme einer Fachkundigen Stelle und einen Business- und Finanzplan enthalten
  • Sie müssen den Gründungszuschuss selbst beantragen


Formulare Gründungszuschuss

Infos Existenzgründung

Haushaltshilfe

Was macht eine Haushaltshilfe?

Eine Haushaltshilfe unterstützt Sie während Ihrer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme bei den alltäglichen Aufgaben im Haushalt wie zum Beispiel Waschen, Putzen und Kochen. Das Einkaufen von Lebensmitteln oder die Betreuung von Kindern kann auch zu ihren Aufgaben gehören.

Was sind die Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe?

Sie haben womöglich einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn

  • Sie aufgrund einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme Ihren Haushalt nicht mehr alleine führen und/oder Ihre Kinder betreuen können
  • Sie wegen eines Kindes unter 12 oder wegen eines behinderten und pflegebedürftigen Kindes nicht an der beruflichen Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen könnten
  • keine andere im Haushalt lebende Person diesen weiter führen oder auf Ihre Kinder aufpassen kann

Wie geht es weiter?

Sie müssen den Antrag auf Kostenerstattung bei Ihrem Rehabilitationsträger – meistens Ihre Rentenversicherung – im Voraus selbst stellen. Die Formulare und weitere Informationen erhalten Sie zum Beispiel bei Ihrer Rentenversicherung.

Zusammenfassung:

  • Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung sind während Rehabilitationsmaßnahmen möglich, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen
  • Sie müssen die Haushaltshilfe selbst beantragen
  • Es können Zuzahlungen anfallen


Antrag Haushaltshilfe

Kraftfahrzeughilfe

Was ist die Kraftfahrzeughilfe?

Wenn Sie wegen Art oder Schwere Ihrer Erkrankung oder Behinderung für den Weg zur Arbeit oder zur Ausbildung dauerhaft auf ein Auto angewiesen sind, dann ist die sogenannte Kraftfahrzeughilfe möglich. Mögliche Kostenträger für die Kraftfahrzeughilfe sind für alle Sozialversicherten die Rentenversicherung oder die Agentur für Arbeit und für Beamte und Selbstständige das Integrationsamt.

Die Kraftfahrzeughilfe ermöglicht Zuschüsse zum:

  • Kauf eines Autos (abhängig vom Einkommen)
  • Erwerb des Führerscheins (abhängig vom Einkommen)
  • behindertengerechten Umbau eines Autos (unabhängig vom Einkommen)

Beispiele für einen behindertengerechten Umbau sind Lenkhilfen, schwenkbare Sitze oder ein Automatikgetriebe. Aber es gibt Bedingungen: Sie oder eine dritte Person müssen das Auto fahren können und die Beförderung durch einen Transportdienst zur Arbeit darf nicht günstiger sein als das Auto.

Auch wenn normalerweise Mittelklassewagen gekauft werden, dürfen Sie Wünsche äußern. Zusätzliche Kosten müssen Sie dann aber selbst tragen. Das gilt auch für die laufenden Kosten für Betrieb und Unterhalt.

Was müssen Sie jetzt tun?

Den Antrag auf Kraftfahrzeughilfe müssen Sie vor der Anschaffung selbst stellen. Weitere Informationen und die Antragsformulare erhalten Sie bei den zuständigen Rehabilitationsträgern: die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit oder das Integrationsamt.

Zusammenfassung:

  • Sie besitzen eine eingeschränkte Mobilität und brauchen das Auto, um zur Arbeit oder zur Ausbildung zu gelangen
  • Sie erhalten Zuschüsse zur Anschaffung, zum Umbau oder zum Erwerb des Führerscheins
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die Kraftfahrzeughilfe selbst beantragen


Antrag Kraftfahrzeughilfe

Krankengeld

Was ist Krankengeld?

Wenn Sie wegen einer Erkrankung länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren oder auf Kosten der Krankenkasse stationär behandelt wurden, haben Sie in der Regel Anspruch auf Krankengeld von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Die privaten Krankenkassen zahlen kein Krankengeld. Das Krankengeld löst die Lohnfortzahlung ab, die Sie in den ersten sechs Wochen von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben. Das Krankengeld liegt bei 70% des Bruttogehalts, darf aber nicht höher als 90% des Nettogehalts sein. Die meisten Krankenkassen bieten auf ihrer Internetseite einen Krankengeldrechner an. Hier können Sie sehen, wie viel Geld Ihnen zusteht. Bei weiteren Fragen hilft Ihnen Ihre Krankenkasse weiter. Sie können auch Krankengeld erhalten, wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen.

Was sind die Voraussetzungen für den Bezug von Krankengeld?

Um die Lohnfortzahlung und später das Krankengeld zu bekommen, benötigen Sie eine lückenlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Ihrem Arzt. Diese Bescheinigung müssen Sie innerhalb einer Woche an Ihre Krankenkasse schicken. Die berechnet und überweist Ihnen dann das Krankengeld. Das gilt rückwirkend von dem Tag an, ab dem Ihr Arzt Sie arbeitsunfähig geschrieben hat. Insgesamt erstreckt sich die Auszahlung des Krankengeldes auf 72 Wochen auf einem Zeitraum von drei Jahren. Sie können also insgesamt 78 Wochen in drei Jahren (am Stück oder unterbrochen) wegen ein und derselben Erkrankung arbeitsunfähig sein und währenddessen Krankengeld bekommen. Wenn in diesen drei Jahren eine neue Krankheit auftritt, wird die Frist nicht verlängert. Für die neue Erkrankung läuft dann eine eigene Frist von drei Jahren. Sie müssen innerhalb der drei Jahre mindestens sechs Monate arbeitsfähig gewesen sein, um einen erneuten Anspruch auf Krankengeld zu haben.

Zusammenfassung:

  • Nach Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber
  • Die Höhe richtet sich nach Einkommen
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an Krankenkasse schicken

Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

Um Ihnen den Einstieg oder die Wiedereingliederung zu erleichtern, bietet die Rentenversicherung weitere Leistungen an. So gibt es zum Beispiel finanzielle Unterstützung

  • wenn Sie für Ihre neue Arbeit umziehen müssen (Umzugskostenbeihilfe)
  • wenn Ihre Familie nicht mit umziehen kann und zwei Haushalte finanziert werden müssen (Trennungskostenbeihilfe)
  • in der Zeit, bis Sie Ihr erstes Gehalt bekommen (Übergangsbeihilfe, meistens nur ein Darlehen)
  • für die erste Fahrt zum Beginn des Jobs
  • in Ausnahmefällen für die tägliche Fahrt zur Arbeit, wenn Sie durch die Kosten unzumutbar belastet würden oder sogar der Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme gefährdet würde (Fahrtkostenbeihilfe)
  • für Arbeitskleidung, wenn Ihr Arbeitgeber diese nicht bezahlt

Weitere mögliche Leistungen sind Trainingsmaßnahmen, die Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten für die kommenden Aufgaben verbessern und Ihnen helfen sollen, eventuelle Hindernisse beim Einstieg zu beseitigen. Über individuelle Maßnahmen können Sie mit Ihrem Arbeitgeber und Ihrer Rentenversicherung sprechen.

Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation

Was ist eine MBOR?

Eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) ist ein relativ neues Konzept der Rentenversicherung für Menschen mit ausgeprägten beruflichen Problemlagen, wie zum Beispiel mit großen Unterschieden zwischen ihrem Leistungsvermögen und den Arbeitsanforderungen, negativen beruflichen Prognosen oder psychosozialen Belastungen. Ziel ist es, dass die gefährdete oder bereits verminderte Erwerbsfähigkeit wieder verbessert werden soll. Dabei beziehen die medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen berufliche Aspekte mit ein und sollen so gesundheitlich bedingte Probleme bei der Arbeit verhindern.

Eine MBOR kann folgende Angebote enthalten:

  • Basisangebote (Wiedereingliederung ins Berufsleben)
  • Kernangebote (für gezielte Problemlagen)
  • Spezifische Angebote (Belastungserprobung)

Das Basisangebot kann jeder erhalten, der an einer medizinischen Rehabilitation teilnimmt.

Wie ist eine MBOR aufgebaut?

Ein Behandlungsteam erstellt einen individuellen Behandlungsplan, der Informationen zu Ihren Fähigkeiten, den Anforderungen, den Behandlungserwartungen und zu Ihrer Motivation enthält. Während der Behandlung werden die Zwischenziele immer wieder überprüft und das Gesamtziel, wenn nötig angepasst. Zum Behandlungsteam gehören – neben Ihnen – zum Beispiel Ihr Arbeitgeber, Ihr Arzt, die Rehabilitationseinrichtung, der Rehabilitationsträger, Integrationsfachdienste oder auch ein Rehabilitationsfachberater sein. Am Ende der Behandlung wird eine abschließende Beurteilung Ihrer Leistungsfähigkeit vorgenommen.

Wie geht es weiter?

In den meisten Fällen ist Ihre Rentenversicherung der zuständige Rehabilitationsträger. Sie müssen eine MBOR nicht gesondert beantragen. Wenn Sie eine medizinische Rehabilitation beantragen, prüfen Ihr Rehabilitationsträger und die Rehabilitationsklinik gleichzeitig, ob für Sie auch eine MBOR in Frage kommen kann.

Zusammenfassung:

  • Eine MBOR kommt in Frage, wenn ein großer Unterschied zwischen Leistungsvermögen und Arbeitsanforderung besteht
  • Verschiedene Angebote, jeder hat die Chance auf das Basisangebot
  • Behandlungsteam erstellt einen Behandlungsplan
  • Endet mit abschließender Beurteilung
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die MBOR nicht gesondert selbst beantragen

Mögliche Rehabilitationsträger für die berufliche Rehabilitation

Mögliche Rehabilitationsträger für die berufliche Rehabilitation (und ihr Zuständigkeitsbereich im Regelfall)

  • Gesetzliche Rentenversicherung (wenn Sie mehr als 15 Jahre gearbeitet haben)
  • Bundesagentur für Arbeit (wenn Sie weniger als 15 Jahre gearbeitet haben)
  • (Gesetzliche Unfallversicherung (wenn Sie einen Arbeitsunfall hatten oder eine Berufskrankheit haben))
  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Träger der Sozialhilfe/Sozialamt
  • Jobcenter (Grundsicherung für Arbeitssuchende) (wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen)
  • Sozialamt (wenn keine andere Stelle zuständig ist)
  • Träger der öffentlichen Jugendhilfe

Qualifizierung Berufsvorbereitung und Berufsausbildung

Berufsvorbereitung

Diese Leistungen können für Sie interessant sein, wenn Sie nach der Schule, der Ausbildung oder dem Studium eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle suchen. In der Berufsvorbereitung erlernen Sie wichtige Grundkenntnisse, wie zum Beispiel Computergrundkenntnisse, die für weitere Bildungsmaßnahmen wichtig sind.

Berufsausbildung

Unter Berufsausbildung versteht man alle Maßnahmen, die den Weg in ein Arbeitsverhältnis ermöglichen und das nötige Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten für einen Job vermitteln. Sie finden innerbetrieblich oder überbetrieblich statt. Hier erhalten Sie eine berufliche Qualifizierung, meistens in Zusammenarbeit mit Fachschulen oder Berufsbildungswerken. Eventuell müssen Sie vorher eine berufliche Eignung oder eine Arbeitserprobung mitmachen, bei der festgestellt wird, ob Sie für den Ausbildungsplatz geeignet sind. Entscheidend sind dafür Ihr Leistungsvermögen, Ihre Neigungen und die Auswirkungen Ihrer Behinderung.

Was müssen Sie jetzt tun?

Auch wenn es am besten ist, wenn Sie sich selbstständig nach einem Ausbildungsplatz umschauen, hilft Ihnen die Agentur für Arbeit bei der Suche. Die Agentur für Arbeit hat auch eine gesonderte Abteilung für Menschen mit Behinderungen, an die Sie sich wenden können. Dort und bei Ihrer Rentenversicherung erhalten Sie Informationen zu den berufsvorbereitenden Maßnahmen. Den Antrag dafür müssen Sie selbst beim zuständigen Rehabilitationsträger stellen. Die helfen Ihnen auch weiter, wenn Sie dabei Hilfe benötigen oder Fragen haben.

Zusammenfassung:

  • Berufsvorbereitung: Erlernen von Grundkenntnissen
  • Berufsausbildung: berufliche Qualifizierung
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und Berufsausbildung selbst beantragen

Qualifizierung Fortbildungen und Umschulungen

Diese Form der Qualifizierung ist für Sie interessant, wenn Sie bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder schon in einem Beruf gearbeitet haben. Die Maßnahmen sollen Ihnen dabei helfen, entweder im alten Beruf zu bleiben oder eine neue Stelle anzutreten. In beiden Fällen gibt es die Möglichkeit einer vorhergehenden beruflichen Eignung oder Arbeitserprobung. Hier wird festgestellt, ob Sie für den Arbeitsplatz geeignet sind. Dabei werden Ihr Leistungsvermögen, Ihre Neigungen und die Auswirkungen Ihrer Einschränkung berücksichtigt.

Berufliche Anpassungsmaßnahme und Weiterbildung

Wenn Sie in Ihrem alten Beruf bleiben möchten und das gesundheitlich möglich ist, dann können Sie entweder an einer beruflichen Anpassungsmaßnahme oder an einer beruflichen Fortbildung teilnehmen. In einer Anpassungsmaßnahme werden durch die Erkrankung eventuell entstandene Wissenslücken aufgefüllt, berufliche Kenntnisse aktualisiert und Sie werden an den aktuellen Standard der Arbeitsstelle herangeführt. Das alles passiert aufbauend auf dem Wissen, das Sie bereits haben. Ziel ist, dass Sie Ihre alte Stelle behalten können. Bei einer beruflichen Weiterbildung erlernen Sie hingegen neues Wissen und erhalten weitere Qualifizierungen. So können Sie im Betrieb bleiben, aber dabei etwas andere Aufgaben übernehmen.

Berufliche Umschulung

Wenn Sie aber wegen Ihrer Erkrankung nicht wieder in Ihren alten Job zurück können, dann besteht für Sie zum Beispiel die Möglichkeit eine berufliche Umschulung zu machen. Hier erlernen Sie einen völlig neuen Beruf. Vom Gesetz her darf Ihr Alter keine Rolle spielen, solange Sie gesundheitlich in der Verfassung sind, den neuen Beruf zu erlernen und auszuüben. Zu Beratungsgesprächen sollten Sie mit konkreten Vorstellungen über die Umschulung und gut vorbereitet erscheinen.

Was müssen Sie jetzt tun?

Ansprechpartner sind hier die Agentur für Arbeit und Ihre Rentenversicherung. Sie unterstützen Sie finanziell und helfen Ihnen bei der Umsetzung. Es ist auch hilfreich, mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Pläne zu reden, gerade wenn Sie in Ihrem Betrieb bleiben wollen. Den Antrag für die Maßnahme müssen Sie selbst stellen. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrer Rentenversicherung oder bei der Agentur für Arbeit.

Zusammenfassung:

  • Berufliche Anpassung: Sie aktualisieren Ihre Kenntnisse und schließen Wissenslücken, die durch die Erkrankung entstanden sein können
  • Weiterbildung: Sie lernen neues Wissen und erhalten neue Qualifizierungen
  • Umschulung: Sie erlernen einen neuen Beruf
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen (interner Link)
  • Sie müssen die Maßnahmen zu Fortbildungen und Umschulungen selbst beantragen
  • Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arbeitgeber

Reisekosten

Was gehört zu den Reisekosten?

Bei einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme können Reisekosten entstehen. Folgende Kosten können von Ihrer Rentenversicherung übernommen werden:

  • Fahrt-/Transportkosten (bei Bus und Bahn immer die günstigste Variante. Ist das gesundheitlich nicht möglich, brauchen Sie eine Arztbescheinigung)
  • Verpflegungskosten (12€ wenn Sie mehr als acht Stunden von zu Hause weg sind, 24€ wenn Sie 24 Stunden von zu Hause weg sind und 12€ pro Tag wenn Sie länger mit Übernachtung von zu Hause weg sind, Ausnahme: kostenlose Verpflegung wird angeboten)
  • Übernachtungskosten (ohne Beleg 20€, sonst gilt bis 60€ als notwendig)
  • Gepäcktransport
  • Wegstreckenentschädigung
  • Eventuelle Auslagen
  • Dies gilt auch für Begleitpersonen und Kinder und sogar für einen eventuellen Verdienstausfall der Begleitperson.

Was müssen Sie jetzt tun?

Hierbei ist es wichtig, dass Sie diese Leistung vor Beginn der beruflichen Rehabilitation bei Ihrer Rentenversicherung selbst beantragen. Auch sollten Sie stets alle Belege aufbewahren. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich am besten an Ihre Rentenversicherung. Dort erhalten Sie auch die benötigten Anträge.


Hier finden Sie verschiedene Formulare und Anträge zu diesem Thema:

Reisekostenerstattung

Reisekostenabrechnung

Fahrtkostenerstattung

Einkommensausfall

Stufenweise Wiedereingliederung/Hamburger Modell

Was ist das Hamburger Modell?

Die Stufenweise Wiedereingliederung, oft auch »Hamburger Modell« genannt, ist nur möglich, solange noch ein Krankengeldanspruch besteht. Sie wird vom Arzt in Abstimmung mit Ihnen, Ihrer Krankenkasse und Ihrem Arbeitgeber angeregt. Das Modell soll Ihnen nach längerer Krankheit den Wiedereinstieg in den alten Beruf erleichtern. So bleiben Sie erwerbstätig und können Ihren alten Arbeitsplatz behalten.

Die Wiedereingliederung geschieht in zwei Schritten. Zunächst wird die Wochenarbeitszeit stufenweise erhöht. Im zweiten Schritt werden die Arbeitsaufgaben so erweitert, dass die ursprüngliche Leistung wieder erreicht wird. Dafür erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt einen Wiedereingliederungsplan. Der Plan enthält Anfang und Ende der Wiedereingliederung und genaue Informationen über die einzelnen Stufen. Abhängig vom Heilungsfortschritt umfasst der Plan in der Regel einen Zeitraum von sechs Wochen bis zu sechs Monaten. Während dieser Zeit ruht der alte Arbeitsvertrag. Während dieser Zeit gelten nicht die im ursprünglichen Arbeitsvertrag festgelegten Bedingungen – zum Beispiel Arbeitszeit und Aufgabenbereich, sondern die Regelungen des Hamburger Modells. Nach Beendigung der Maßnahme tritt der vorherige Arbeitsvertrag wieder in Kraft. Die Maßnahme kann von allen Beteiligten (Sie, Ihr Arbeitgeber, Ihre Versicherung und Ihr Arzt) abgebrochen werden. Wichtig ist: Ihre Versicherung und Ihr Arbeitgeber müssen vor Beginn der Maßnahme zustimmen.

Finanzielle Absicherung während der Wiedereingliederung

Damit Sie während der Maßnahme finanziell abgesichert sind, können Sie entweder Krankengeld (von der Krankenkasse), Übergangsgeld (von der Rentenversicherung) oder Arbeitslosengeld (von der Bundesagentur für Arbeit) erhalten. Ihre Krankenkasse ist zuständig, wenn Sie vorher bereits Krankengeld bezogen haben. Ihre Rentenversicherung ist verantwortlich, wenn Sie vorher an einer Rehabilitationsmaßnahme der Rentenversicherung teilgenommen haben. Die Agentur für Arbeit zahlt Ihnen Arbeitslosengeld, wenn Sie arbeitsunfähig sind. Eventuell zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber auch ein Gehalt, was auf die finanziellen Leistungen angerechnet wird.

Was müssen Sie jetzt tun?

Den Antrag müssen Sie selbst stellen. Das Formular erhalten Sie von Ihrem Arzt. Für Hilfe beim Ausfüllen oder weitere Fragen können Sie sich an Ihren Arzt, Ihren Rehabilitationsträger oder an Ihren Arbeitgeber wenden. Bitte beachten Sie, dass es bei diesem Modell Unterschiede zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung gibt. Klären Sie deshalb Einzelheiten persönlich mit Ihrer Krankenkasse und Ihrem Arbeitgeber ab.

Zusammenfassung:

  • Sie waren lange krank, sind arbeitsunfähig und möchten in Ihren alten Job zurückkehren
  • Stufenweise Erweiterung der Arbeitszeit und der Aufgaben
  • Sie erstellen mit Ihrem Arzt und Ihrem Arbeitgeber einen Wiedereingliederungsplan
  • Arbeitgeber und Versicherung müssen zustimmen
  • Finanzielle Absicherung durch die Rehabilitationsträger
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die stufenweise Wiedereingliederung selbst beantragen

Übergangsgeld

Was ist das Übergangsgeld?

Das Übergangsgeld ist eine mögliche Entgeltersatzleistung. Die Rentenversicherung zahlt Ihnen Übergangsgeld, wenn Sie zwischen einer Krankheit und dem Arbeitsleben stehen, etwa während einer beruflichen oder medizinischen Rehabilitationsmaßnahme, zwischen zwei Rehabilitationsmaßnahmen oder zwischen zwei berufsfördernden Maßnahmen. In Ausnahmefällen kann es auch nach einer Maßnahme weiter gezahlt werden. Ob diese spezielle Situation auf Sie zutrifft, sollten Sie mit Ihrer Rentenversicherung besprechen. Während Sie Übergangsgeld beziehen, sind Sie sozialversichert.

Wie viel Übergangsgeld bekommen Sie?

Die Höhe des Übergangsgeldes richtet sich nach Ihrem Gehalt und Ihrer familiären Situation:

  • Wenn Sie keine Kinder haben, erhalten Sie 68% Ihres letzten Nettogehalts
  • Wenn Sie mindestens ein Kind mit Kindergeldanspruch haben, erhalten Sie 75% Ihres letzten Nettogehalts
  • Wenn Sie selbstständig und freiwillig versichert sind, erhalten Sie 80% des Einkommens, von dem sich im letzten Kalenderjahr Ihre Beiträge für die Rentenversicherung berechnet haben
  • Wenn Sie unmittelbar zuvor arbeitslos waren, erhalten Sie unter bestimmten Voraussetzungen ein Übergangsgeld in der Höhe Ihres Arbeitslosengeldes (ALG)
  • Wenn Sie ALG II beziehen, erhalten Sie dies während der Maßnahme weiter

Das volle Übergangsgeld erhalten Sie nur, wenn Sie in der Zeit keine Arbeitseinkünfte erzielen. Sonst wird der Lohn mit dem Übergangsgeld verrechnet. Das Übergangsgeld wird in den meisten Fällen von der Rentenversicherung gezahlt. Bei ALG I Empfängern kommt die Agentur für Arbeit für das Überganggeld auf und ALG II Empfänger erhalten weiterhin ALG II vom Jobcenter.

Wie geht es weiter?

Das Übergangsgeld müssen Sie selbst beantragen. Dazu benötigen Sie eine Entgeltbescheinigung, die Ihr Arbeitgeber ausfüllen muss. Die entsprechenden Antragsformulare und weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger.

Zusammenfassung:

  • Entgeltersatzleistung zwischen oder während Rehabilitationsmaßnahmen
  • Die Höhe richtet sich nach Einkommen und Familien-Situation
  • Sie müssen das Übergangsgeld selbst beantragen


Antrag Übergangsgeld

Wohnungshilfe

Was ist die Wohnungshilfe?

Die Wohnungshilfe im Rahmen der beruflichen Rehabilitation soll es Ihnen trotz Ihrer Behinderung ermöglichen, Ihren Arbeitsplatz soweit es geht problemlos und selbstständig zu erreichen. Dazu gewährt die Rentenversicherung finanzielle Hilfen für:

  • einen behindertengerechten Umbau Ihrer Wohnung
  • eine behindertengerechte Ausstattung Ihrer Wohnung
  • die Bereitstellung von behindertengerechten Wohnraum mit eventuellem Umzug
  • die Bereitstellung von Wohnraum für eine Pflegekraft
  • eine eventuell nötige doppelte Haushaltsführung

In bestimmten Fällen können auch andere Leistungsträger als die Rentenversicherung zuständig sein.

Bei einem Umzug müssen Sie eventuell anfallende Kosten für einen Makler oder für die Kaution aber wahrscheinlich selber zahlen. Im Idealfall finden diese Maßnahmen in einer Eigentumswohnung statt. Bei Mieteigentum muss zum Beispiel eine Mindestlaufzeit des Mietvertrages von 10 Jahren vorliegen. Wenn dies nicht der Fall ist, besprechen Sie Ihren besonderen Fall mit Ihrem Rehabilitationsträger.

In der Regel richten sich die Zuschüsse der Wohnungshilfe nicht nach Ihrem Einkommen oder Vermögen. Sie erhalten einen individuellen Zuschuss als Pauschalbetrag von Ihrem Rehabilitationsträger. Selbstverständlich dürfen Sie Wünsche äußern. Wenn diese Wünsche berechtigt sind, müssen Sie vom Rehabilitationsträger berücksichtigt werden. Hierbei gilt auch immer das Prinzip der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. Wenn Mehrkosten durch Ihre nicht unbedingt notwendigen Wünsche entstehen, müssen Sie diese selber zahlen. Die Instandhaltung und Modernisierung der Wohnung müssen Sie selber bezahlen.

Wie geht es weiter?

Den Antrag für eine Wohnungshilfe müssen Sie im Voraus selbst stellen und die Genehmigung abwarten, auch wenn selbstbeschaffte Leistungen durchaus erstattet werden können. Für weitere Informationen, gerade in Bezug auf Ihren persönlichen Fall, wenden Sie sich an Ihren Rehabilitationsträger. Ansprechpartner im Rahmen der beruflichen Rehabilitation sind für Angestellte die Rentenversicherung, für Beamte und Selbstständige das Integrationsamt und für Arbeitslosengeldempfänger die Arbeitslosenversicherung. Die Antragsformulare erhalten Sie bei Ihrem Rehabilitationsträger.

Zusammenfassung:

  • Sie sollen Ihren Arbeitsplatz so problemlos wie möglich selbstständig erreichen können
  • Beschaffung, Umbau oder Ausstattung von behindertengerechten Wohnraum
  • Sie erhalten einen individuellen Zuschuss
  • Sie müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Rehabilitation erfüllen
  • Sie müssen die Wohnungshilfe selbst beantragen